Wide Area Network Weitbereichsnetze WAN

Ein Netz, das aus mehreren Lokal Area Networks (LANs) oder Einzelsystemen über Remote-Verbindungen (z.B. ISDN, X.25) zusammengeschlossen ist, bezeichnet man als Wide Area Network (WAN).

Analoge Wählleitungen

Das wohl umfangreichste und jedem bekannte WAN ist das öffentliche analoge Telefonnetz. Über Wählverbindungen wird in diesem Netz vor allem die Sprachkommunikation abgewickelt. Die Nutzung dieses Netzes zum Übertragen von Daten mittels Modem oder in Form von Fax-Transfer wird auch weiterhin seine Bedeutung haben.

Telex und Teletex

Der Fernschreiber war über 50 Jahre lang der einzige Textkommunikationsdienst, der auf der ganzen Welt verbreitet war. Auch heute wird der Telexdienst noch genutzt.

Im Gegensatz zum Telexdienst, bei dem der Fernschreiber ausschliesslich als Kommunikationsgerät dient, ist beim Teletexdienst das Endgerät eine Kombination aus Kommunikationsgerät und lokalem Textsystem. Texte werden in der sogenannten Teletex-Box zwischengespeichert und können editiert, gespeichert, versendet und empfangen werden. Telex und Teletex spielen heute kaum noch eine Rolle.

Modems

Modems werden für die Datenübertragung im analogen Telefonnetz eingesetzt. Solange die Mehrzahl der weltweit installierten Anschlüsse nicht direkt auf das ISDN-Netz, sondern mit dem Endgerät auf das analoge Telefonnetz zugreift, werden sie ihre Bedeutung für die Datenübertragung behalten.

Die Bezeichnung Modem ist ein Kunstwort, das aus den ursprünglichen Funktionen Modulation und Demodulation entstand. Heute erfüllen Modems noch weitere Funktionen wie zum Beispiel Fehlerkorrektur, Datenkompression und in Verbindung mit entsprechender Kommunikationssoftware auf dem angeschlossenen PC Faxfunktion und Anrufbeantworterfunktion.

Ein Modem empfängt Daten vom Rechner in digitaler Form und wandelt sie in analoge Signale um, damit sie über die Telefonleitung transportiert und am anderen Ende von einem zweiten Modem demoduliert werden können, und somit wieder in digitaler Form zur Verfügung stehen. Beim Anschluss der Modems unterscheidet man zwischen Modems, die vorwiegend bei PCs als Steckkarten im Rechner eingebaut werden und externen Modems, die über die serielle RS232-Schnittstelle angeschlossen werden. Alternativ hierzu sind mittlerweile auch Modems mit PC-Card-Schnittstelle (PCMCIA) sehr verbreitet, da nahezu alle modernen tragbaren Personal Computer über diesen Anschluss verfügen.

Die Fähigkeit von heutigen Modems, auch Faxe versenden und empfangen zu können, hat spezielle Faxkarten vom Markt verdrängt.

Für das Konfigurieren und Steuern von Modems hat sich der Hayes-kompatible Befehlssatz durchgesetzt. Er wird auch AT-Befehlssatz genannt, da die Kommandos mit AT beginnen.

Übertragungsmodi

Die Vielzahl der auf dem Markt befindlichen Modems unterscheidet sich hauptsächlich im Übertragungsmodus (asynchron, synchron) und in der Übertragungsgeschwindigkeit.

Asynchrone Übertragungen arbeiten zeichenweise. Jedem zu übertragenden Zeichen wird ein zusätzliches Startbit und ein oder zwei Stopbits hinzugefügt. Bei synchroner Übertragung werden alle Datenbits direkt aufeinanderfolgend gesendet. Die Synchronisation erfolgt durch separate Taktleitungen. Allerdings braucht man für Synchronmodems auch entsprechende synchrone Anschlüsse mit entsprechenden Protokollen, sodass man normalerweise asynchrone Modems einsetzt.

Für das Übertragen grosser Datenmengen können Modems nie schnell genug sein. Höhere Anschaffungskosten schneller Modems amortisieren sich schon bald durch geringere Betriebskosten.

Mit dem Übertragungsstandard V.34+, der eine Brutto-Übertragungsrate von 33600 bit/s spezifiziert, ist immer noch nicht die max. Kapazität einer Telefonleitung ausgereizt, auch wenn dies Experten schon bei 28800 bit/s prognostiziert haben. Für die neue Geschwindigkeitskategorie 56000 bit/s ist derzeit noch kein Standard verabschiedet, jedoch bieten US Robotics mit der x2-Technologie und Rockwell/Lucent mit K56flex bereits jetzt Lösungen an, die beim Datendownload Übertragungsraten bis zu 56 kbit/s erlauben. Voraussetzung hierfür ist ein sogenannter 56k-Host. Erreicht werden die höheren Übertragungsraten dadurch, dass zwischen dem 56k-Host und der digitalen Vermittlungsstelle auf eine Analog-Konvertierung des Signals verzichtet wird. Lediglich auf der Benutzerseite bleibt der analoge Anschluss bestehen. Inzwischen haben sich die Hersteller auf einen einheitlichen 56k-Standard verständigt, der Teile beider Technologien enthält. Dieser Standard wurde im Frühjahr 1998 unter dem Namen V.90 verabschiedet.

Ältere herstellerspezifische Protokolle wie PEP, HST, V.32terbo oder V.Fast haben inzwischen ihre Bedeutung verloren, da mit dem V.34+ Standard all diese Protokolle in der Übertragungsgeschwindigkeit übertroffen werden.

Die Übertragungsrate eines Gerätes wird in der Einheit bit/s gemessen. Die Einheit Baud gibt die Schrittgeschwindigkeit auf der Übertragungsstrecke an. Da bei neueren Übertragungsverfahren die Information nicht nur in der Frequenz, sondern auch in Amplitude und Phase kodiert sind, können pro Baud mehrere bit übertragen werden. Die V-Normen der ITU-TSS (früher CCITT) sind inzwischen internationaler Standard. Die Bell-Normen für die USA haben in Europa keine Bedeutung mehr. Eine Übersicht über diese Standards kann der Tabelle entnommen werden.

Bell 103   300 bps Vollduplexbetrieb über Wählleitung. Standard in USA und Kanada.
V.21   300 bps, Wählleitung oder Zweidraht-Standleitung.
Bell 212A   1200 bps Vollduplexbetrieb über Wählleitung. Standard in USA und Kanada.
V.22   1200 bps Vollduplexbetrieb über Wählleitung oder Zweidraht-Standleitung.
V.22bis   2400 bps, Vollduplexbetrieb über Wählleitung oder Zweidraht-Standleitung.
Bell 202   2400 bps, Halbduplexbetrieb über Zweidraht- oder Vollduplexbetrieb über Vierdraht-Standleitung.
V.23   75/1200 bps Halbduplexbetrieb über Wählleitung.
V.24   Schnittstellendefinition nach ITU-TSS (identisch zu RS232C).
V.25bis   Definition des Wählverfahrens (asynchrone und synchrone Verbindungen).
Bell 201   2400 bps, Halbduplexbetrieb über Wählleitungen oder Vollduplexbetrieb über Vierdrahtleitungen. Wird vorwiegend für synchrone Verbindungen verwendet.
V.26   2400 bps, Halbduplexbetrieb über Zweidraht- oder Vierdraht- Vollduplexbetrieb. Vorwiegend für synchrone Verbindungen.
Bell 208   4800 bps, Halbduplexbetrieb über Wählleitungen oder Vollduplexbetrieb über Vierdrahtverbindungen. Vorwiegend für synchrone Verbindungen.
V.27   4800 bps, Zweidrahthalbduplex- und Vierdrahtvollduplexbetrieb. Vorwiegend für synchrone Verbindungen.
V.29   9600 bps, Zweidrahthalbduplex- und Vierdrahtvollduplexbetrieb.
MNP Class 6   Pseudo-Duplex Standard für 9600 bps Übertragungen.
V.32   9600/4800 bps, Vollduplexbetrieb über Wahlleitungen oder Zweidraht- Standleitungen. Sowohl für synchrone als auch asynchrone Verbindungen.
V.32bis   14,400 bps, Vollduplexbetrieb über Wählleitungen oder Zweidraht-Stand- leitungen. Sowohl für asynchrone als auch synchrone Verbindungen.
V.32terbo   19,200, Vollduplexbetrieb über Wählleitungen. Kein ITU-TSS-Standard, herstellerspezifisch.
V.33   14,400 bps, synchrone Verbindung über Vierdraht-Standleitung.
V.FAST (V.34)   28,800 bps, Übergangsstandard zu V.34, enthält die meisten Funktionen von V.34.
V.34+   33,600 bps Übertragungsstandard zu V.34
V.35   Hardware-Schnittstellendefinition des ITU-TSS. Vorwiegend für DSU/CSU-Geräte und andere Hiph-Speed-Modems >= 1 Mbit/s.
MNP Class3&4   Standard zur Fehlerkorrektur.
V.42   Erweiterte Fehlerkorrektur (Kombination aus MNP 3&4 und ITU-TSS LAP-M).
MNP Class 5   Datenkompression mit Kompressionsfaktor 2 zu 1.
MNP Class 7   Datenkompression mit Kompressionsfaktor 3 zu 1, wird selten angewendet.
V.42bis   Datenkompression gemass ITU-TSS, Kompressionsfaktor 4 zu 1.
V.54   Loopback-Selbsttestverfahren nach ITU-TSS-Spezifikation.
V.90   ITU-TSS Modemstandard, bis zu 56 kbps downstream und 33.6 Kbps upstream

ISDN

ISDN ( Integrated Services Digital Network) ist in Europa auf dem unaufhaltsamen Vormarsch. ISDN vereinigt die Nutzung von Sprache, Text, Bildern und Daten in einem einzigen Netz. Mit nur einem ISDN-Anschluss können somit verschiedene Telekommunikationsdienste genutzt werden wie z.B. Telefon, Fax, Filetransfer etc. Die hohe Übertragungsgeschwindigkeit, die störungsfreie Datenübertragung, der schnelle Verbindungsaufbau und die wachsende Verbreitung machen ISDN nicht nur für Neueinsteiger im Bereich der Datenkommunikation interessant, sondern auch für Anwender, die bisher auf analoge Modemlösungen angewiesen waren.

ISDN verwendet die bereits verlegten Telefonleitungen zum Endgerät. Der wesentliche Unterschied zum bisherigen Telefonnetz besteht darin, dass Signale bis zum Teilnehmer durchgehend digital übertragen werden. Der Datenverkehr zwischen den Hauptvermittlungsstellen und den Ortsvermittlungsstellen ist bereits vollständig digital.

ISDN-Anschlüsse

Der Anschluss an das ISDN-Netz erfolgt in der Regel über den ISDN-Basisanschluss, im Englischen als BRI (Basic Rate Interface) bezeichnet. Er stellt auf der Teilnehmerseite den sogenannten S0-Bus mit S0-Schnittstelle (Vierdrahtschnittstelle) für bis zu acht Endgeräte zur Verfügung, von denen zwei gleichzeitig betrieben werden können. Der Bus hat zwei Nutzkanäle zu je 64 kbit/s (B-Kanäle) und einen Steuerkanal mit 16 kbit/s (D-Kanal).

Bei analogen Endgeräten ist für die Nutzung von ISDN ein externer ISDN-Terminaladapter oder ein ISDN-Controller mit integriertem a/b-Wandler notwendig. Auch analoge Endgeräte wie Fax oder Modem können an einem ISDN-Anschluss weiterverwendet werden. Serielle Geräte können über einen TA (Terminaladapter, fälschlicherweise auch ISDN-Modem genannt) direkt an das ISDN-Netz angeschlossen werden. Mehr dazu weiter unten in diesem Kapitel.

Neben dem ISDN-Basisanschluss gibt es den Primärmultiplexanschluss (PMx). Die englische Bezeichnung ist PRI für Primary Rate Interface. Der PMx hat 30 B-Kanäle mit jeweils 64 kbit/s und einen D-Kanal mit ebenfalls 64 kbit/s. Teilnehmerseitig hat er die Vierdrahtschnittstelle S2M. Der PMx eignet sich besonders aus Kostengründen für den Anschluss von grossen TK-Anlagen, Datenservern oder für die Kopplung mehrerer lokaler Netze.

Kompatibilität

Wird eine Verbindung zwischen zwei ISDN-Endgeräten hergestellt, so werden dazu zunächst Steuerinformationen im D-Kanal übertragen. Darin enthalten ist zum Beispiel die Nummer des Anrufers, die dann bei einem ISDN-Telefon im Display angezeigt wird, sowie Informationen über die Art des gewünschten Dienstes (z.B. Sprache oder Fax) und weitere Angaben, die zum Aufbau der Verbindung zwischen den beiden ISDN-Stellen nötig sind. Nach der Einführung von ISDN entwickelten sich unterschiedliche Standards für die Protokolle, die bei der Übertragung der Steuerinformationen im D-Kanal verwendet werden. Dies führte zum Beispiel dazu, dass in Deutschland heute zwei D-Kanal-Protokolle im ISDN vorhanden sind. Zum einen die nationale Lösung 1TR6 und zum anderen das europäisch standardisierte Protokoll DSS1 oder auch E-DSS1. Man spricht hier vom Euro-ISDN-Protokoll, obwohl es mittlerweile auch in vielen nichteuropäischen Ländern eingesetzt wird. Weltweit ist die Zahl der Netzbetreiber, die Euro-ISDN anbieten, auf über 30 angewachsen, davon 20 in Europa. Während man beim Telefonieren keinerlei Probleme zu erwarten hat, wenn die D-Kanal-Protokolle der Standorte unterschiedlich sind, gibt es unter Umständen Probleme, wenn Daten übertragen werden sollen, oder wenn bestimmte Dienstemerkmale oder Leitungstypen im ISDN benötigt werden, die jedoch nur national verfügbar sind.

Mittlerweile hat sich Euro-ISDN in vielen Ländern durchgesetzt, sodass bei Neuinstallationen wenn möglich dieser Verbindungstyp einsetzt werden sollte.

Verbindungstypen

Bei ISDN kann man zwischen drei Verbindungstypen unterscheiden.

Bei der ISDN Wählverbindung wird ein B-Kanal für einen ISDN-Dienst durch den Wählvorgang zu einem beliebigen ISDN-Teilnehmer bereitgestellt. Wählverbindungen sind auch mit anderen Netzen möglich (analoges Telefonnetz, Mobilfunk, X.25).

Digitale Festverbindungen stellen permanent geschaltete digitale 64-kbit/s-Kanäle bereit. Es können maximal 30 B-Kanäle (PRI) pro Anschluss bereitgestellt werden. Diese exklusiven Festverbindungen können sowohl mit Steuerkanal als auch ohne genutzt werden.

X.25 über ISDN

Ein Anfang 1995 im Euro-ISDN implementierter Dienst eröffnet nun auch die Möglichkeit des Transports von X.25-Paketen im ISDN. Die Integration von X.25 in ISDN ist in der Norm CCITT X.31 Case D und Case B standardisiert. Für Basisanschlüsse werden sowohl der D-Kanal- als auch der B-Kanal-Zugang angeboten. Dagegen wird beim Primärmultiplexanschluss nur der D-Kanal-Zugang unterstützt.

Die Übertragung der Pakete erfolgt im X.25-Format. ISDN übernimmt dabei nur die reinen Transportfunktionen, d.h. eine Vermittlung der Datenpakete findet nicht statt. Diese erfolgt in den Vermittlungsknoten des jeweiligen X.25-Netzes. Der Übergang vom ISDN zum X.25-Netz findet in sogenannten ISDN-Vermittlungsstellen statt, die mit speziellen Packet Handlern (PH) und Frame Handlern (FH) ausgestattet sind. Welches X.25-Netz benutzt wird und welche Funktionen es haben soll, wird mit dem X.25-Netzbetreiber ausgehandelt und als individuelles Nutzerprofil im Packet Handler unter einer ganz bestimmten ISDN-Rufnummer gespeichert.

Die physikalische Anbindung erfolgt über einen SP-Anschluss (Spezialanschluss für Paketdaten). Dieser nach dem X.75-Standard arbeitende Anschluss kann Daten in beiden Richtungen (Vollduplex Betrieb) mit 64 kbit/s übertragen. Pro SP-Anschluss können bis zu 350 virtuelle Verbindungen gleichzeitig verwaltet werden. Über den SP-Anschluss lassen sich sowohl Verbindungen zwischen zwei Euro-ISDN-Anschlüssen mit den entsprechenden Leistungsmerkmalen als auch Verbindungen von und zu X.25-Anschlüssen aufbauen.

Im D-Kanal werden die Daten mit einer Geschwindigkeit von 9.6 kbit/s und im B-Kanal mit 64 kbit/s übertragen. Entsprechend der unterschiedlichen Bandbreite sind auch die Kosten für den B-Kanal entsprechend höher.

Genutzt werden kann dieser Dienst nur, wenn entsprechende Endgeräte die Funktion eines X.25-PADs ( P acket A ssembler D isassembler) übernehmen können. Bei einem PAD handelt es sich um eine Einrichtung, die ISDN-Hardware oder asynchrone Endgeräte wie PCs mit Modem an das synchron arbeitende, paketvermittelnde X.25-Netz anpasst. In den meisten universellen Remote Bridge/Routern ist diese Funktion heute integriert. Vorteil des X.25-Dienstes ist, dass sich je nach Anwendung Kosten sparen lassen und der ISDN-Anschluss auch für andere Anwendungen genutzt werden kann. Zusätzlich ist auch die Kommunikation mit Ländern realisierbar, die noch nicht flächendeckend über ISDN verfügen, sondern nur ein X.25-Netz bereitstellen.

ISDN-Terminaladapter mit serieller Schnittstelle

Die Kommunikation bestehender Anwendungen ist in der Regel auf serielle, analoge Modems abgestimmt, die den AT-Befehlssatz beherrschen. Möchte man trotzdem ISDN nutzen, empfiehlt sich der Einsatz eines ISDN-Terminaladapters mit serieller Schnittstelle. Da es sich um ein externes Gerät mit seriellem Anschluss nach RS232-Norm handelt, kann es direkt anstelle eines analogen Modems eingesetzt werden. Die Steuerung erfolgt, wie vom analogen Modem bekannt, mit den erweiterten AT-Befehlen. Daher eignen sich ISDN-Terminaladapter prinzipiell überall dort, wo Daten von der seriellen Schnittstelle über ISDN übertragen werden sollen. Einsatzbeispiele sind Workstations, für die kein interner ISDN-Controller zur Verfügung steht, sowie Remote Bridges und Router mit serieller Schnittstelle. Auch in Verbindung mit seriellen Communication Servern eignen sich ISDN-Terminaladapter zum Aufbau von leistungsfähigen Remote-Access-Anwendungen über ISDN. Zu beachten ist, dass nicht jede serielle Schnittstelle für die hohe Übertragungsrate von 64000 bit/s (bis zu 256000 bit/s oder mehr bei Kanalbündelung/Datenkompression) im ISDN geeignet ist. Näheres ist den technischen Spezifikationen der Schnittstelle zu entnehmen. In jedem Fall ist eine serielle Schnittstelle mit eingebautem Datenpuffer (UART 16550 kompatible Schnittstellen) von Vorteil.

Ergänzend sollte erwähnt werden, dass die meisten ISDN-Terminaladapter zusätzlich zum AT-Befehlssatz auch wahlweise über eine CAPI-Schnittstelle bedient werden können. Näheres zu CAPI ist im Abschnitt CAPI zu finden.

ISDN-Adapter mit a/b-Schnittstelle

Herkömmliche Telefone, Anrufbeantworter, Faxgeräte der Gruppe 3 und Modems sind analoge Endgeräte und können nicht direkt am ISDN-Anschluss betrieben werden. Abhilfe schafft hier ein ISDN-Terminaladapter mit a/b-Schnittstelle, über den die vorhandenen analogen Endgeräte auch mit ISDN weiter benutzt werden können. Kleine ISDN-Nebenstellenanlagen mit bis zu 16 analogen Nebenstellenanschlüssen entsprechen im Prinzip einem 16-fach-Terminaladapter. Die Qualität und nutzbare Übertragungsgeschwindigkeit werden durch die geringere Leistungsfähigkeit der analogen Verbindung bestimmt.

ISDN-Controller

ISDN-Controller bieten mittlerweile die einfachste und preisgünstigste Möglichkeit, Datenkommunikation im ISDN zu nutzen. Sie sind für die meisten Bussysteme und Hardwareplattformen erhältlich. Die gebräuchlichste Form sind jedoch ISA-Steckkarten für PCs. Die Geschwindigkeit im ISDN ist wesentlich geringerer als die Geschwindigkeit heutiger Bussysteme. Daher sind PC-Steckkarten für den aus heutiger Sicht langsamen ISA-Bus bei weitem ausreichend.

Der Einsatz von ISDN-Karten hängt davon ab, ob die Datenkommunikation vollständig digital zwischen zwei ISDN-Endgeräten stattfindet oder ob eines der beiden Endgeräte an das analoge Telefonnetz angeschlossen ist. Daher wird nachfolgend auf beide Anwendungen getrennt eingegangen.

Kommunikation mit digitalen Gegenstellen

Befindet sich auf der Gegenseite ein digitales Endgerät wie zum Beispiel ein PC mit ISDN-Karte oder ein digitales Faxgerät (Fax Gruppe 4), oder handelt es sich um einen ISDN-Zugang zu einem Netzwerk oder zu einem Dienstleistungsanbieter (Datex-J-Dienst, CompuServe, Internet-Provider), so erfolgt der Datenaustausch im ISDN-B-Kanal gewöhnlich entweder nach X.75- oder V.110-Norm. Das X.75-Protokoll nutzt die Bandbreite des ISDN voll aus, dabei beträgt die Datenübertragungsrate 64000 bit/s pro ISDN-B-Kanal. Handelt es sich um eine Gegenstelle, die weniger als 64000 bit/s zulässt, zum Beispiel der CompuServe-Dienst über ISDN, so muss die Datenrate angepasst werden, man spricht daher von der Bitratenadaption. Dabei werden zwischen der benötigten Bitrate und den 64000 bit/s Füllbits eingefügt. Dieses Verfahren ist in der Norm V.110 für 2400 bis 38400 bit/s definiert und kann nur mit ISDN-Karten genutzt werden, die diesen Standard unterstützen. Wer flexibel in der Anwendung sein will, sollte sich daher für einen Adapter entscheiden, der beide Normen erfüllt.

CAPI

CAPI steht für Common ISDN Application Interface und wurde mit dem Ziel entwickelt, eine einheitliche Schnittstelle zwischen der Anwendungssoftware und dem ISDN-Endgerät (z.B. ISDN-Karte) zu schaffen. CAPI ermöglicht prinzipiell die Nutzung jeder ISDN-Karte mit CAPI-Unterstützung mit jeder ISDN-Anwendungssoftware, die ebenfalls CAPI unterstützt. Federführend bei der Entwicklung von CAPI waren hauptsächlich deutsche Firmen der ISDN-Branche und die deutsche Telekom.

In der Praxis kommen momentan zwei CAPI-Versionen zum Einsatz. CAPI Version 1.0 und 1.1 ist auf PC-basierende ISDN-Lösungen zugeschnitten und wird von nahezu allen PC-basierenden ISDN-Karten unterstützt, die neuere Version CAPI 2.0 bringt als wesentliche Verbesserung die Unterstützung beliebiger Plattformen und hat daher gute Chancen, sich auch im UNIX-Umfeld zu etablieren. Die Plattformunabhängigkeit ist mit ein Grund, warum Windows NT in den Remote Access Services (RAS) CAPI 2.0 verwendet.

Kommunikation mit analogen Gegenstellen

Falls sich die Gegenstelle im analogen Telefonnetz befindet, z. B. wenn es sich um ein analoges Modem oder um einen analogen Zugang zu einem Netzwerk handelt, so gestaltet sich die Datenkommunikation wesentlich schwieriger. Die Verbindung mit analogen Gegenstellen funktioniert nur, wenn dies vom ISDN-Endgerät unterstützt wird. Einige ISDN-Karten oder ISDN-Terminaladapter haben daher einen eingebauten analogen Modemchip, der die Nutzung wie ein analoges Modem gestattet. Die Kommunikation mit analogen Faxgeräten ist jedoch auch mit ISDN-Karten möglich, die keinen Modemchip besitzen, wenn eine entsprechende Faxsoftware für diese Karte verfügbar ist. Diese Software bereitet die digitalen Daten für das analoge Faxgerät auf, allerdings ist diese Methode aufwendig und kann unter Umständen zu Fehlern in der Faxübertragung führen.

Aktive/passive ISDN-Karten

Beim Kauf einer ISDN-Karte kann man sich zwischen einer preiswerten passiven ISDN-Karte oder einer leistungsfähigeren aktiven Karte entscheiden. Für Einzelplatzanwendungen, die nur gelegentlich ISDN-Dienste nutzen, reicht gewöhnlich eine passive Karte aus. Diese verfügen über keinen eigenen Prozessor, daher muss die Abwicklung der ISDN-Kommunikation von der Kommunikationssoftware übernommen werden, die auf dem Prozessor des PCs abläuft. Dies führt während der Datenübertragung zu einer höheren Rechenbelastung. Hier haben aktive Karten, die einen eigenen leistungsfähigen Prozessor besitzen, einen wesentlichen Vorteil. Wer die ISDN-Kommunikation im Hintergrund betreiben will, oder wer datenintensive Anwendungen zum Beispiel beim Einsatz einer oder mehrerer ISDN-Karten in einem NetWare-Fileserver zur LAN-LAN-Kopplung oder für Remote Access einsetzt, sollte unbedingt eine aktive Karte verwenden.

Alternativ zu den aktiven Karten gibt es auch ISDN-Karten, die zwar über keinen Speicher auf der Karte verfügen, aber trotzdem einen eigenen Prozessor besitzen. Man bezeichnet diese Karten daher als semi-aktiv. Im Gegensatz zu passiven Karten ergibt sich eine geringere Rechnerbelastung und eine grössere Sicherheit in der Datenübertragung. Sie liegen preislich zwischen den passiven und den aktiven Karten.

ISDN Bridge/Router

ISDN Bridge/Router unterscheiden sich von seriellen Routern vor allem durch die integrierte ISDN-Schnittstelle und zusätzliche Features, die bei der LAN-LAN-Kopplung über Wählverbindungen erforderlich sind.

Spoofing und Filtering

Warum werden von ISDN Bridge/Routern Funktionen wie Spoofing und die Unterstützung von umfassenden Filtern gefordert? Man stelle sich folgendes Szenario vor: Es werden zwei grössere NetWare LANs über zwei ISDN Bridge/Router gekoppelt. Über die ISDN-Verbindung sollen primär Datenbankdaten einmal pro Tag aktualisiert werden. Die Rechnung aber, die am Monatsende kommt, übersteigt bei weitem das, was anhand der kalkulierten Übertragungszeit zu erwarten wäre. Ursache dafür sind regelmässige Broadcasts, die zwischen Clients und Servern auftreten. Bei einem LAN werden im Sekundentakt Pakete über den Zustand des Netzes und der angeschlossenen Stationen verschickt.

Diese Broadcast- und Statusinformationen verursachen, dass die Verbindung zu einem remote angeschlossenen LAN entweder gar nicht erst ab- oder ständig neu aufgebaut wird.

Daher sollten für die effiziente Kopplung von Netzen über Wählleitungen, also dort, wo die Kosten nach Verbindungsdauer anfallen, Bridges und Bridge/Router eingesetzt werden, welche Spoofing implementiert haben. Spoofing ermöglicht es, Broadcasts zu unterdrücken und, wenn erforderlich, auf der Gegenseite zu emulieren. Statusinformationen oder SAP-Pakete, die nicht benötigt werden, werden einfach herausgefiltert. Spoofing ist damit zumindest in der Theorie eine elegante Lösung, um unnötige Pakete von einer WAN-Verbindung fernzuhalten. Doch wie Spoofing von den Herstellern in den Produkten implementiert ist, unterscheidet sich durchaus voneinander. Es ist zwar einfach, z.B. Service Frames auf der einen Seite zu filtern und auf der Gegenseite zu emulieren. Allerdings muss auch bei Spoofing dafür Sorge getragen werden, dass der Transport wichtiger Informationen, z.B. Änderungen in den Routertabellen, die für die Aufrechterhaltung des Netzbetriebs notwendig sind, weiterhin erfolgt. Deswegen gibt es für die Aktualisierung von netzwerkrelevanten Daten über eine ISDN-Verbindung drei verschiedene Techniken.

Timed updates

Bei dieser Methode ist der Netzwerkmanager in der Lage, Zeitintervalle festzulegen, in denen RIP- ( R outer I nformation P rotocol) und SAP- ( S ervice A dvertising P rotocol) Pakete als Broadcasts über den WAN-Port von Bridge oder Router geschickt werden. Bei Netzen, in denen wenig Änderungen auftreten, ist diese Methode eine adäquate Lösung.

Triggered updates

Der Router öffnet hier immer dann die ISDN-Verbindung, wenn er Änderungen in den Routing- oder SAP-Tabellen feststellt. Vorteil dieser Methode ist, dass Änderungen quasi online an alle im Netz befindlichen Knoten mitgeteilt werden. In einem sehr grossen Netz (das sich bezüglich Änderungen mehr oder weniger dynamisch verhält) kann dieses Verfahren teuer werden, da bei jeder Änderung die WAN-Verbindung aufgebaut wird. Hinzu kommt, dass viele Änderungen für die meisten anderen Subnetze uninteressant sind.

Piggypack updates

Diese Technik aktualisiert die Routing- und SAP-Tabellen immer dann, wenn sowieso eine ISDN-Verbindung aufgebaut wird, um Daten zu übertragen. Da dieser Update nur erfolgt, wenn auch die Leitung hergestellt ist, kann dies dazu führen, dass die Tabellen nicht mehr aktuell sind, nachdem längere Zeit keine Daten übertragen wurden. Die Folge können Verbindungsprobleme im Netz sein. Diese Methode ist am effizientesten in Netzwerken einzusetzen, in denen die ISDN-Leitungen regelmässig genutzt werden.

Remote Maintenance

Der Wettbewerbsdruck zwingt Unternehmen heute verstärkt zur Rationalisierung in allen betrieblichen Bereichen. Fernwartung etwa erlaubt es dem Benutzer, Remote Bridges und Router vom zentralen Netz aus zu betreuen, wodurch ein zusätzlicher Netzwerkadministrator in den Aussenstellen entfällt. Interessante Möglichkeiten eröffnet hier die Dual Flash RAM Technologie. Ein Dual Flash Filesystem erlaubt es dem Anwender, neue Betriebssoftware oder Konfigurationsdateien zu laden, ohne den bisherigen Speicherinhalt von Bridge oder Router überschreiben zu müssen. Dieses Feature birgt eine Reihe von Vorteilen, die für den störungsfreien Netzwerkbetrieb wesentlich sind. Zum einen besteht die Möglichkeit, beim Bootvorgang des Routers automatisch die Sicherungskopie der Betriebssoftware zu aktivieren, sollte beim Laden des primären Software-Images ein Fehler auftreten. Weiterhin kann der Netzwerkmanager beim Testen neuer Konfigurationen jederzeit problemlos zum Ausgangspunkt zurückkehren. Selbst das Aufspielen neuer Software vom zentralen Netz auf die extern installierten Bridge/Router kann ohne Risiko durchgeführt werden. Die Gefahr des Überschreibens später wieder benötigter Files wird mit der Dual Flash Technologie wirksam beseitigt.

Produktauswahl

Generell sind bei der Auswahl von ISDN-Produkten nicht nur die einmaligen Anschaffungskosten, sondern vor allem auch die laufenden Kosten ins Kalkül mit einzubeziehen. Über die Lebensdauer des Produkts hinweg fallen Leitungskosten an, die typischerweise in der Summe deutlich höher sind als der reine Anschaffungspreis. Aus diesem Grund zahlt sich ein vermeintlich teureres Produkt mit effizientem Verbindungsmanagement und hohem Datendurchsatz wegen der geringeren laufenden Kosten in der Regel auch finanziell aus. Zwar ist der Datendurchsatz zunächst durch den Leitungstyp begrenzt. Es wird aber oftmals nicht bedacht, dass die effektive Ausnutzung dieser Verbindung für die Übertragung von Nutzdaten bei den am Markt erhältlichen Produkten sehr unterschiedlich sein kann. Neutrale Testergebnisse können hier recht hilfreich sein. Vor der Entscheidung für ein solches Produkt müssen in jedem Fall die Anforderungen klar definiert sein, damit ein in der Anschaffung günstigeres Gerät nicht doch langfristig teurer kommt. Um unangenehme Überraschungen bei der Gebührenabrechnung auch im Ortsbereich zu vermeiden muss unbedingt die Anzahl der Verbindungsaufbauten und die gesamte Verbindungstzeit kontrolliert werden.

xDSL - Digital Subscriber Lines

Die xDSL-Technik (Digital Subscriber Lines) ist ein neues Übertragungsverfahren auf einer analogen 2-Draht-Leitung. Dabei kann, skalierbar in 64 kbit/s-Schritten, eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 2 Mbit/s erreicht werden. Die maximale Entfernung zwischen zwei Punkten ist 6 km. Auf beiden Seiten ist je ein sogenanntes Megabit- bzw. xDSL-Modem nötig. Unterschieden wird zwischen den folgenden Standards: ADSL (Asymmetric DSL), HDSL (High-Bit-Rate DSL), RADSL (Rate Adaptive DSL), SDSL (Symmetric High-Bit-Rate DSL) und VDSL (Very High-Bit-Rate DSL). xDSL ist eine an und für sich recht vielversprechende Technologie, die auch recht preisgünstig zu implementieren ist. Wann allerdings die Telefongestellschaften in grösserem Umfang diese Technologie implementieren und dann auch noch zu sinnvollen Preisen anbieten werden, bleibt abzuwarten.

Kabelmodems

In den USA gibt es inzwischen bereits eine Reihe von Feldversuchen zu High-Speed Internet und Telefonie via TV-Kabelnetz. Dabei erfolgt der Zugang zum Netz über ein spezielles High-Speed-Kabel-Modem, welches in der Regel über das Netzwerk mit dem Computer verbunden wird. In Download-Richtung können diese Modems Daten mit bis zu 10 Mbit/s zum Kabelkunden übertragen. Eine separate Telefonleitung wird nicht mehr benötigt, da die TV-Kabelnetze, mit Verstärkern für die Gegenrichtung ausgerüstet, breitbandig rückkanalfähig sind. Der Empfang von Fernsehprogrammen wird durch die zusätzliche Verwendung des TV-Kabelnetzes für die Internet-Nutzung nicht beeinträchtigt.

Ein Einsatz dieser Technik auch in Europa scheitert derzeit in erster Linie noch an politischen Blokaden. Es gibt zwar auch einen ersten Feldversuch in Deutschland ("Infocity NRW"). Die deutsche Telecom favorsiert allerdings die ADSL-Technik. Sollten die derzeit bestehenden Hemmnisse abgebaut werden können ist mittelfristig mit einem Marktvolumen von mehreren Milliarden Euro zu rechnen.

Bis Ende 1998 wollten Netzwerk- und PC-Anbieter wie Cisco, 3Com, Bay Networks, NEC und Toshiba einen Kabelmodem-Standard für den nordamerikanischen Markt entwickeln. In Europa arbeiten insbesondere Siemens und Motorola bereits jetzt gemeinsam an der Weiterentwicklung der nötigen Hardware.

X.25

Zum Zweck der Datenübertragung gibt es eigene Datennetze, z.B. Datex-P in Deutschland, Telepac in der Schweiz oder Datanet 1 in den Niederlanden. Diese öffentlichen Wählnetze basieren auf dem international standardisierten Paketvermittlungsprotokoll X.25. Sie ermöglichen den Zugang zu allen anderen weltweit vorhandenen nationalen X.25-Paketvermittlungsdiensten.

X.25-Dienste eignen sich insbesondere für die Kopplung lokaler Netze mit X.25-fähigen Remote Routern. Gegenüber dem Fernsprechnetz liegen die wesentlichen Vorteile in der kürzeren Verbindungsaufbauzeit von einer Sekunde und der besseren Übertragungsqualität. Übertragungsgeschwindigkeiten von 300 bis 64000 bit/s sind möglich.

X.25 ist heute weitgehend durch Frame Relay ersetzt.

Frame Relay

Frame Relay ist ein X.25-ähnliches Übertragungsverfahren, das sich durch seinen vergleichsweise geringen Protokoll-Overhead auszeichnet. Im Gegensatz zu X.25 arbeitet Frame Relay nur auf den Ebenen 1 und 2 des ISO/OSI-Modells. Das Protokoll kümmert sich damit nicht mehr selbst um die korrekte Zustellung von Datenpaketen, sondern legt die Verantwortung hierfür in die Hände der Endgeräte. Die von X.25 bekannten Probleme der Effizienz werden somit durch die Verlagerung der Fehlerkorrektur auf obere Protokollschichten umgangen. Es werden auch bedeutend höhere Datenraten als bei X.25 ermöglicht. Damit eignet sich Frame Relay sehr gut, um den Durchsatz im WAN zu verbessern. Im Vergleich zu Standleitungen bringt Frame Relay immer dann wirtschaftliche Vorteile, wenn die Punkt-zu-Punkt-Verbindung nur ungenügend ausgelastet ist. Je nach Land kann die Frame-Relay-Technik in unterschiedlichen privaten oder öffentlichen Netzen eingesetzt werden, so z. B. im Datex-M Dienst der deutschen Telekom. Für den Netzzugang wird das SNI ( S ubscriber N etwork I nterface) als Netzwerkabschluss eingesetzt. Der Small-Entry-Anschluss beginnt bei 64 kbit/s, die nächste Kategorie bei 2 Mbit/s (E1). Die Standardschnittstelle zu Router oder Bridge ist in solchen Fällen X.21. Die höchste Geschwindigkeitsklasse erreicht derzeit 34 Mbit/s nach dem Standard E3. Hier kommt als Anschluss die von Cisco Systems entwickelte HSSI-Schnittstelle ( H igh S peed S erial I nterface) zum Einsatz.

Obwohl Frame Relay deutliche Vorteile gegenüber X.25 bietet, ist diese Technik für die Unterstützung zeitkritischer Anwendungen wie Sprach- und Videoübertragung weniger geeignet. Noch bis vor einigen Jahren stellte dies kein Problem dar, da Sprach-, Bild- und Datennetze ohnehin getrennt errichtet wurden. Seit jedoch Multimedia-Anwendungen wie Videoconferencing und Videodistribution sowohl in LAN- als auch WAN- Netzwerken immer häufiger genutzt werden, ist die Integration von Audio- und Videoinformation in das bislang nur für Datenübertragungen verwendete Netzwerk erforderlich. Hier kommt vor allem das jüngste paketvermittelnde Übertragungsverfahren ins Spiel - der Asynchrone Transfer Modus ATM.

Inzwischen bieten einige Anbieter Frame Repaly Verbindungen an. Diese Anbieter unterscheiden sich deutlich im Preis, aber teilweise noch deutlicher in der Leistung. Es ist in diesem Markt keinesfalls üblich, dass zugesagte CIRs (Committed Information Rate) auch wirklich zur Verfügung gestellt werden oder dass Round Trip Delays in vernüftigen Bereichen liegen. Ehe man sich für einen Frame Relay Anbieter entscheidet, sollte man genau prüfen, wie gut dessen Netz ist und sich vertraglich zussichern lassen, was bei Nichteinhalten zugesicherter Eigenschaften passiert.

Remote Access

Unter Remote Access versteht man den Fernzugriff auf Anwendungen oder Daten von Rechnern, von einem System aus, das nicht direkt über ein LAN mit diesen Rechnern verbunden ist.

Voraussetzung für den erfolgreichen Zugriff sind eine Reihe von Faktoren, welche im Einzelnen nachfolgend beschrieben werden.

Erste Voraussetzung ist eine Netzwerkverbindung zwischen dem zugreifendem Rechner und dem System auf dem sich die Daten oder Applikationen befinden. Im einfachsten Fall erfolgt die Verbindung über Modems die jeweils an einer serielle Schnittstelle beider Systeme angeschlossen werden. Es können aber auch Communication Server mit daran angeschlossenen Modems eingesetzt werden. Wird ISDN als Übertragungsdienst gewählt, kommen interne ISDN-Controller oder seriell anschliessbare ISDN-Terminaladapter zum Einsatz. Prinzipiell sind auch alle anderen Verbindungstypen, wie GSM, X.25 oder Frame Relay, die in den vorhergehenden Abschnitten bereits beschrieben wurden, einsetzbar.

Mehr und mehr gewinnt des Internet an Bedeutung als kostengünstiges Transportmedium für Verbindungen über das von Microsoft entwickelte Point to Point Tunneling Protokoll (PPTP). PPTP erlaubt die Einrichtung gesicherter Tunnels für sogenannte Virtual Private Dial-Up Networks (VPDN).

Zweite Voraussetzung ist ein Kommunikationsprotokoll mit dem die Daten zwischen den Systemen oder auch über das Netzwerk transportiert werden. Die grösste Bedeutung kommt hier dem Point-to-Point Protokoll (PPP) zu. PPP ist ein spezielles Leitungsprotokoll für WAN-Verbindungen über serielle Leitungen. Es erlaubt LAN-Protokolle wie TCP/IP, IPX oder DECnet im asynchronen oder synchronen Verfahren zu übertragen. Die älteren Protokolle SLIP und CSLIP (Compressed Serial Line Internet Protocol) haben heute kaum mehr Bedeutung. Für X-Window basierende Systeme wurde das sogenannte Low Bandwidth X Protocol (LBX) entwickelt. Dieses Protokoll sorgt durch Datenkompression für eine Beschleunigung der Datenübertragung, wenn, wie bei seriellen Verbindungen, nur eine geringe Bandbreite zur Verfügung steht.

Typischerweise teilt man Remote Access Anwendungen in die folgenden drei Hauptgruppen: Remote Control, Remote Node und Datentransfer . Zwar sind alle diese Anwendungen mit sehr unterschiedlichen Systemen auf beiden Seiten denkbar, da jedoch bei den weitaus meisten Szenarien das zugreifende System unter einem Windows-Betriebssystem läuft, wird im Folgenden jeweils nur hierauf näher eingegangen. Das Gesagte lässt sich prinzipiell auch auf beliebige andere Systeme übertragen.

Remote Control

Unter Remote Control versteht man die Fernbedienung eines Rechners durch einen zweiten Rechner, der von aussen über die WAN-Verbindung zugreift. Beim fernbedienten Rechner kann es sich entweder um ein Standalone-Gerät handeln oder auch um eine Arbeitsstation in einem lokalen Netzwerk. Je nachdem ob es sich bei dem fernbedienten Rechner um eine Single-User-System oder ein Multi-User-System handelt, ist die Fernbedienung exklusiv (z.B. bei Windows95) oder kann parallel erfolgen (z.B. bei Unix).

Da sich die Datenübertragung auf Tastatur- und Bildschirminformationen beschränkt, ermöglicht die Remote-Control-Technik eine relativ hohe Arbeitsgeschwindigkeit, sofern man nicht mit Anwendungen arbeitet, die sehr häufig den Bildschirm komplett neu aufbauen oder grosse Mengen an Grafiken verwenden. Ein wichtiger Anwendungsbereich von Remote Control liegt in der Wartung eines einzelnen Rechners oder eines LANs über die WAN-Verbindung. So lassen sich Software-Probleme sehr einfach und preisgünstig beheben, die teure Anfahrt eines Spezialisten wird in vielen Fällen vermieden.

Remote Control von Windows95 und Windows NT Systemen benötigt auf beiden Seiten eine spezielle Kommunikationssoftware, die für die Übertragung und Darstellung der Daten sorgt. Die am weitesten verbreiteten Softwaren sind hier pcAnywhere von Symantec, ReachOut von Stac und Carbon Copy von Dr. Neuhaus. Die Datenverbindung zwischen den Systemen kann über Modem, ISDN, Internet, aber auch LAN (TCP/IP, IPX, NetBEUI etc.) vorgenommen werden.

Eine besondere Form von Remote Control bietet Citrix mit dem Multi-User NT WinFrame . Der Client-PC ist mit dem sogenannten ICA-Client ausgestattet und initiiert, über das LAN oder über eine asynchrone Wähl-Verbindung, eine Windows-Session auf dem multiuserfähigen Windows NT (3.5.1) Rechner. Alleine das User-Interface wird dabei über die Leitung verschickt, nicht aber die Programme oder Daten. Bei dem von Microsoft selbst unter dem Codenamen Hydra entwickelten Multi-User Windows NT (Microsoft Windows NT 4.0 Terminal Server Edition, kurz W indows T erminal S erver WTS, tritt das RDP (Remote Desktop Procedure)-Protokoll an die Stelle von ICA. Das Funktionsprizip entspricht aber ansonstem jenem der Citrix-Lösung.

Beim Remote-Control-Zugriff auf ein Unix-Netz kommt auf der PC-Seite eine Terminalemulation, wie zum Beispiel das Hyperterminal in Windows95, zum Einsatz. In der Praxis reicht diese aber in der Regel nicht aus. Deshalb werden meistens gesonderte Terminalprogramme wie KEA! von Attachmate oder der HostExplorer von Hummingbird verwendet, insbesondere wenn auf besondere Tastaturzuordnungen Rücksicht genommen werden muss. Der Anwender macht über die Terminalemulation einen Remote Login und erhält dieselbe Arbeitsumgebung, die er auch bei einem direkten Login über ein ASCII-Terminal oder innerhalb eines Shell-Fensters in einer grafischen Unix-Oberfläche hat.

Sollen grafische Anwendungen wie zum Beispiel ein Kalender-Manager oder ein grafisches Mailprogramm bedient werden, muss auf der Client-Seite eine PC X-Server-Software installiert werden. Für serielle Übertragungen des X-Protokolles haben die Anbieter dieser Softwaren proprietäre Lösungen (wie zum Beispiel Xremote von NCD oder Xpress-Host von Tektronix) entwickelt. Mit Einführung von X.11 Release 6 (X11R6) werden diese inzwischen durch den einheitlichen Standard Low Bandwidth X (LBX) abgelöst. Dabei wird ein Proxy-Server zwischen X-Client und X-Server geschaltet. Dieser Proxy-Server übernimmt Datenkompressions- und Cache-Funktionen für die in der Regel langsame WAN-Strecke zwischen Client und Proxy. Neueste PC X-Server wie Exceed Version 6 von Hummingbird unterstützen LBX bereits. Da LBX im Gegensatz zu den vorherigen Lösungen auf TCP/IP beziehungsweise auf einer PPP-Verbindung basiert, handelt es sich dabei nicht mehr um Remote Control im eigentlichen Sinne.

Remote Node

Bei einer Remote-Node-Lösung wird der Remote-PC zu einem Knoten des Netzwerk in welches er sich einwählt. Die Kommunikation erfolgt, wie im LAN, über das Netzwerkprotokoll, welches mittels eines Trägerprotokolles über die Wählleitung betrieben wird. Der Remote-PC besitzt daher wie ein direkter Knoten im Netz eine eigene Netzwerkadresse. Diese wird entweder bei der Einwahl zugewiesen oder vorher fest vergeben.

Bei Remote Node laufen alle Anwendungen auf dem zugreifenden Rechner. Damit die Anwendungsprogramme nicht immer über die vergleichsweise langsame Leitung geladen werden müssen ist es sinnvoll, wenn sie auch dort lokal vorhanden sind.

Da LAN-Protokolle wie TCP/IP, IPX oder DECnet nicht direkt über eine serielle Leitung übertragen werden können, ist ein spezielles Kommunikations- bzw. Trägerprotokoll nötig. Das mit Abstand am häufigsten verwendete Protokoll ist das Point-to-Point-Protokoll (PPP) . Die Aufgabe von PPP ist somit, Daten mit dem LAN-Protokoll zu transportieren. PPP ist folglich kein weiteres Protokoll im Sinne der LAN-Protokolle sondern in der Hauptsache ein Trägerprotokoll für die vorhandenen LAN-Protokolle. Beim Transport übernimmt PPP verschiedenste Aufgaben, wie Aushandlung der Verbindungsparameter, Kompression, Festlegung der Blockgrösse, Ausblenden von Steuerzeichen, Überwachung der Leitungsqualität oder Passwortvalidierung über PAP (Password Authentification) und CHAP (Challenge Handshake Authentication). Über PPP können verschiedene Netzwerkprotokolle wie TCP/IP, IPX oder AppleTalk auch gleichzeitig benutzt werden. Ebenso ist es möglich über eine PPP-Verbindung parallel mehrere Tasks laufen zu lassen. Zum Beispiel ein telnet-Fenster für ein Unix-System plus einen Web-Browser über TCP/IP.

Der Remote Node Zugang bei Windows NT läuft über den in Windows NT direkt enthaltenen RAS (Remote Access Service). Der einwählende PC verbindet sich mit dem RAS-Server und kann über diesen auf das Netzwerk zugreifen. Als Transportprotokoll wird PPP oder SLIP verwendet, für Verbindungen über TCP/IP, IPX/SPX oder NetBEUI. Der RAS-Server muss in jedem Fall ein NT-Server sein, da nur im Server-Betriebssystem die RAS-Server-Funktionalität enthalten ist. Einwählen können sich RAS-Clients sowie Remote-Clients auf denen Microsoft DFÜ-Netzwerk ausgeführt wird aber auch prinzipiell jeder andere PPP-Client. Jeder RAS-Client kann Dienste wie Internet-Zugang, Datei- und Druckerfreigabe, E-Mail, Terminplanung und SQL-Datenbankzugriff nutzen. Über einen RAS-Server sind bis zu 256 gleichzeitige Verbindungen möglich.

Durch den vollwertigen IP-Stack in den aktuellen Windows-Versionen können auch Remote Node Verbindungen zu Unix-Netzwerken aufgebaut werden. Auch hier Erfolg eine PPP-Verbindung und der Remote Rechner erhält eine eigene IP-Adresse. Für den Filezugriff auf Unix-Laufwerke muss allerdings eine zusätzliche NFS-Clientsoftware auf dem PC vorhanden sein.

Für Remote Node unter NetWare/IntranetWare gibt es von NOVELL spezielle Softwarepakete. Auf dem einwählenden Rechner wird NetWare-Connect installiert. Im Netz wird auf einem NetWare-Server entweder auch NetWare-Connect oder die NetWare Multiprotokoll-Routersoftware installiert. Die Verbindung zwischen Client und Netz läuft auch hier über PPP, wobei als Netzwerkprotokoll sowohl IPX als auch TCP/IP gewählt werden kann. Verschiedene Hersteller von ISDN-Controllern (z.B. AVM) bieten spezielle Versionen von NetWare-Connect und der NetWare Multiprotokoll-Routersoftware an, welche auf die CAPI-Schnittstelle und damit interne ISDN-Controller aufsetzen.

Datentransfer und Datenkopierprotokolle

Neben Remote Control und Remote Node gibt es eine Reihe von von Anwendungen, bei denen Dateien, Mails oder HTML-Dokumente übertragen werden. Wie Remote Node basieren diese Protokolle auf einem Netzwerkprotokoll, vorrangig TCP/IP. Im Gegensatz zu Remote Control und Remote Node ist hier die logische Verbindung nur solange aktiv bis ein bestimmter Dienst (z.B. ein Dateitransfer) ausgeführt wurde. Von besonderem Interesse für Internet- und Intranet-Anwendungen sind folgende Protokolle:

- HTTP ( H yper T ext T ransmission P rotocol) und Netscapes Erweiterung HTTPS ( H yper T ext T ransmission P rotocol, S ecure) zum Datenaustausch zwischen Web-Browsern und Web-Servern im World Wide Web

- FTP ( F ile T ransfer P rotocol) zur Übertragung von Dateien und Dateigruppen zwischen Rechnersystemen die per IP miteinander verbunden sind.

- POP3 ( P ost O ffice P rotocol Version 3 ) und IMAP4 ( I nternet M essage A ccess P rotocol Version 4 ) zum Mailaustausch mit einem Mailserver und zum Verwalten eines Mailservers

- SMTP ( S imple M ail T ransfer P rotocol) zum Austausch von Mails zwischen Mail-Hosts in einem TCP/IP-basierenden Kommunikationsnetz, typischerweise im Internet.

PPTP und Virtual Private Networks (VPN)

Das Point-to-Point Tunneling Protocol (PPTP) ist ein von Microsoft entwickeltes Protokoll mit dem der Datenverkehr zwischen zwei Stationen verschlüsselt übertragen werden kann. Es erlaubt den Aufbau von Virtual Private Networks (VPN) beziehungsweise Virtual Private Dial-Up Networks (VPDN). PPTP schafft einen sicheren Daten-Tunnel innerhalb dessen insbesondere auch Passwörter verschlüsselt übertragen werden und erlaubt so die Nutzung ungesicherter Medien wie Internet oder das Netz eines beliebigen Carriers für den Aufbau einer gesicherten Dial-Up-Verbindung oder sogar eines standortübergreifenden Intranets über öffentliche und somit nicht firmeneigene Leitungen.

PPTP ist Bestandteil von RaRAS ( R outing a nd R emote A ccess S ervice), welches fester Bestandteil von Windows NT 5.0 sein wird. Ausführliche Informationen zu RaRAS finden sich unter Netzwerkdienste von Windows NT

Derzeit unterstützen noch nicht alle ISPs und Carrier die Nutzung von PPTP-Verbindungen. Es ist jedoch abzusehen, dass sich PPTP als Standard durchsetzen wird. Dann ist auch mit einem flächendeckenden Angebot zu rechnen.

Communication Server

Communication Server sind Standalone Systeme für den Aufbau von Remote Access Lösungen mit hoher Portdichte.

Der Hardwareaufbau eines typischen Communication Servers entspricht dem eines Terminalservers. Das Gerät besitzt einen Ethernet-Port und eine Mehrzahl von seriellen Schnittstellen für den Anschluss von Modems oder ISDN-Terminaladaptern. Neuere Modelle sind inzwischen bereits mit ISDN-Ports für den direkten Anschluss des Communication Servers an einen Basis- oder Primärmultiplexanschluss ausgestattet.

Im Gegensatz zu einem Terminalserver bietet ein Communication Server jedoch eine Reihe zusätzlicher Funktionalitäten. Communication Server unterstützen Kommunikationsprotokolle wie PPP oder SLIP/CSLIP und sind damit in der Lage mehrere logische Datenströme über eine physikalischen Port zu leiten und somit mehrere Rechner über diese eine Verbindung zu bedienen. Die integrierte Routingfunktionalität erlaubt sogar komplette Netze über einen Port des Communication Servers zu verbinden.

Weitere Unterscheidungsmerkmale zu Terminalservern sind die höhere bidirektionale Geschwindigkeit der seriellen Ports (bis zu 230 kbit/s) sowie die Unterstützung von Security-Funktionen wie Username/Password und Dialback sowie spezieller Security-Systeme wie RADIUS, Kerberos oder SecurID . Der Einsatz eines Communication Server erübrigt einen zusätzlichen Rechner mit seriellen Schnittstellen oder ISDN-Controllern der eigens für Remote Access Aufgaben abgestellt werden muss. Speziell auf die Kommunikationsaufgaben abgestimmte Konfigurations- und Managementtools erleichtern zudem die Einrichtung und Wartung der Remote-Verbindungen. Da die Anzahl der im Netz installierten Communication Server nur durch die Netzperformance beschränkt ist, können selbst komplexe Lösungen mit mehreren Hundert Ports realisiert werden. Bei einer Dial-Up Konfiguration mit einem Communication Server kann auf der Client-Seite beliebige Kommunikations-Hardware zum Einsatz kommen. Unabhängig davon ob Modem, ISDN-Controller, Router oder wiederrum Communication Server - wichtig ist lediglich die Unterstützung des verwendeten Kommunikationsprotokolles (PPP, SLIP/CSLIP etc.).

Datenübertrgung via GSM

Es ist nicht möglich, ohne weiteres Daten oder Faxe über Mobiltelefone zu versenden, in dem man seinen Laptop mit einer PCMCIA-Karte ausstattet und mit seinem Handy verbindet. Der Grund hierfür liegt in dem verlustbehafteten Datenkompressionsverfahren, das in GSM-Netzen Anwendung findet. Dieses stellt zwar sicher, das Sprache mit kaum wahrnehmbaren Veränderungen übertragen wird, für die fehlerfreie Übermittlung von Modemsignalen ist sie aber ungeeignet.

Wer dennoch auf die Nutzung der Fax- und Datendienste Wert legt, muss sich von seinem Provider entsprechende zusätzliche Mobilfunk-Rufnummern freischalten lassen, über die eine transparente Datenverbindung gefahren werden kann. Ebenfalls notwendig ist ein entsprechendes Adapterkit, bestehend aus PCMCIA Karte und Kabel für den Anschluss des Mobiltelefones an den Computer. Alternativ kann auf dem verwendeten PC ein sogenanntes Softmodem installiert werden. Dieses Softmodem emuliert ein Modem auf dem PC, der Anschluss des Handies wird über ein Spezialkabel zur RS232 Schnittstelle des Computers herbeigeführt.

Die dritte Variante, die PC/GSM Connection via IrDA kompatibler Infrarotschnittstelle, bietet sich bei Handies an, die den kompletten IrDA Befehlssatz unterstützen. Entsprechende Geräte von Ericsson (z.B. Ericsson 6130) sind bereits auf dem Markt, andere Hersteller wie z.B Nokia werden in Kürze ebenfalls solche Geräte anbieten.

Eine Neuentwicklung ist die Kombination aus PCMCIA-Karte und GSM900 Telefon. Diese eignen sich insbesondere für Geschäftsleute, deren Handy nicht datentauglich ist oder für Reisende, die für Sprachverbindungen ein separates Telefon bevorzugen

Derartige Kombigeräte gibt es derzeit von Nokia (CardPhone) und Ericsson (Mobile Office). Diese Karten werden im Standard-PCMCIA-Slot eines Laptops betrieben. Die jeweils mitgelieferte Software wird per Setup aufgespielt und bietet Schnittstellen zu zahlreichen MS Windows Applikationen. Aus diesen lassen sich E-Mails, Faxe oder auch SMS-Messages senden und empfangen.

Hardwareseitig bestehen die PCMCIA-GSM-Telefone aus einem GSM-Modem, das seine Leistung über die PCMCIA-Schnittstelle des PC bezieht, einem integrierten Mobiltelefon mit zwei Watt starker GSM Antenne und einem SIM-Kartenleser.