Betriebssysteme

In den folgenden Abschnitten wird ein Überblick über die Betriebssysteme von Microsoft und die unterschiedlichen Unix Betriebssysteme gegeben.

 

Windows95 Windows95 im Netz Systemadministration unter Windows95
Plus! für Windows95 Windows98 Windows 98 Second Edition
Windows ME Windows NT Windows 2000
Linux SunOS/Solaris Solaris 8
HP-UX IRIX Tru64 UNIX
OpenVMS

 


Windows95

Mit der Entwicklung von Microsoft Windows95 wurde der richtige Schritt in Richtung Stabilität und Anwenderfreundlichkeit getan, Windows95 ist das erste 32 Bit Microsoft Windows Betriebssystem für den Mainstream-PC.

Die alten Windows Versionen hatten den Nachteil, dass sie nur auf MS-DOS Basis liefen, es sich also nicht um ein Betriebssystem, sondern mehr um eine grafische Benutzeroberfläche handelte, die mit den DOS Speicherbegrenzungen zu kämpfen hatte.

Windows95 hingegen ist ein vollwertiges Betriebssystem, dem zwar MS-DOS 7.0 beiliegt, das aber genausogut auch ohne DOS arbeiten kann. Es besitzt eine Oberfläche, die nicht mehr programm- sondern objektbezogen arbeitet, unterstützt preemptives Multitasking, beinhaltet ein verbessertes Dateisystem, das lange Dateinamen erlaubt und verfügt über Plug & Play Funktionalität, die ein schnelleres und bequemeres Wechseln von Hardwarekomponenten erlaubt.

Windows95 kann zwar auch auf einem PC mit 386SX CPU und 4 MByte Hauptspeicher installiert werden, ein flüssiges Arbeiten wird jedoch erst erreicht mit einem PC mit Pentium CPU, 16 MByte RAM und mindestens einer 1 GByte Festplatte, mehr Hauptspeicher kann die Verarbeitunsgeschwindigkeit erheblich erhöhen, insbesondere beim Einsatz umfangreicher Office-Pakete sind 32 MByte oder mehr empfehlenswert. Um die Soundfunktionen von Windows95 zu nutzen, benötigt man eine Soundkarte im Rechner.

Windows95 im Netz

Windows95 unterstützt vollständige 32 bit Protected-Mode-Versionen von TCP/IP, IPX/SPX und NetBEUI, damit ist der Client Zugriff auf einen NOVELL NetWare/IntraNetWare oder Windows NT Server möglich.

Der TCP/IP Stack erlaubt es, sich via Telnet auf Unix Server einzuloggen. IP Applikationen wie NFS, Telnet VT220, X11 Zugriff sind allerdings nicht implementiert und müssen über Produkte von Drittanbietern gelöst werden. Ebenfalls ermöglichen herstellereigene Zusatzprogramme die Anbindung an Banyan VINES, Digital PATHWORKS und weitere Netzwerke. Unterstützung mehrerer simultaner Kommunikationsprotokolle erlauben Netzwerkverbindungen unterschiedlichen Typs gleichzeitig aufrecht zu erhalten. Damit ist das parallele Arbeiten in einem NetWare Netzwerk über IPX und einem Unix Netzwerk über TCP/IP möglich.

Die eingebetteten Netzwerk-Clients für NetWare, Windows NT Server und Microsoft-Exchange-Server sorgen dafür, dass sich der Anwender nur einmal anmelden muss. Windows95 kann erst mit dem in Microsoft Exchange Server enthaltenen Exchange Client auf den Exchange Server zugreifen. Microsoft Exchange bietet Anwendern die Möglichkeit, alle Informationen von unterwegs und im Büro - von Email und Faxen bis hin zu Dokumenten und Broschüren - an einen Exchange Server weiterzugeben, der dann die Informationen weiterleitet. Der Microsoft Exchange Server ist nicht in Windos NT Server enthalten und kann von Microsoft bezogen werden. Als Mailexchange Server kann allerdings auch ein Unix Host mit POP3 (und demnächst auch MAPI4) agieren, für diesen Zweck sind gegebenenfalls andere Clients einzusetzen

Die Abwicklung der verschiedenen Dienste erfolgt automatisch durch den Server. Login-Probleme werden minimiert, der Anwender muss sich nur ein Passwort merken. Backup-Agents für die gängigen serverbasierenden Backup-Systeme sind integriert. Durch ein DFÜ-Netzwerk (RAS, Remote Access Services) können Benutzer von unterwegs schnell und einfach mit häufig genutzten Netzwerken verbunden werden. Der Bildschirmaufbau mobiler Computer sieht genauso aus wie die PCs im Büro, einschliesslich der Verknüpfungen. Und jedesmal, wenn sich ein Anwender in einem Netzwerk anmeldet oder ein Netzwerk verlässt, lassen sich vorgegebene Dateien automatisch über einen "Aktenkoffer" aktualisieren.

Systemadministration unter Windows95

In den bisherigen Windows-Versionen wurden die Programmeinstellungen und Windows Hardwaretreiber in den sogenannten INI Dateien im Windows Verzeichnis verwaltet. Windows95 verwaltet nun zu den INI Dateien (um mit 16 bit Applikationen kompatibel zu bleiben) eine eigene Datenbank (Registry), in der Windows95 und 32 bit Programme Informationen ablegen. Sie ermöglicht anwenderspezifische Einstellungen, wie etwa individuelle Einstellungen des Desktops oder des Netzwerkzugriffes und enthält hardwarespezifische Einstellungen des PCs. Sie bietet System-Richtlinien, mit denen der Systemverwalter die Konfiguration überwachen und Benutzereinstellungen festlegen kann. Die automatische Hardwareerkennung erleichtert das Aufrüsten und Erweitern des PCs, insbesondere bei modernen Komponenten nach dem Plug'n'Play (PnP) Standard. Sobald eine neue Komponente ins System integriert wird, erkennt dies Windows95 und schlägt die Installation des Treibers vor. Die Unterstützung des dynamischen Anschlusses von PC-Cards (den ehemaligen PCMCIA-Karten) erlaubt es Notebookbesitzern, z.B. die Netzwerk-PC-Card im laufenden Zustand (Online) in den PC-Card-Slot zu stecken und direkt aufs Netzwerk zuzugreifen.

Plus! für Windows95

Parallel zu der Entwicklung von Windows95 hat Microsoft mehrere Technologien entwickelt, die speziell für 486er oder Pentium-PC lauffähig sind. Diese zusätzlichen Funktionalitäten wurden in das Produkt Plus! für Windows95 integriert.

Plus! für Windows95 wird auf einer eigenen CD-ROM ausgeliefert und beinhaltet verschiedene Tools und Windows95 Erweiterungen. Der System-Agent ist ein intelligentes Werkzeug, mit dem man Anwendungen jeglicher Art, z.B. Festplattenkomprimierer, Backups oder Oberflächenscanner einbinden kann, um regelmässige Abläufe zu steuern und automatisch zu starten, ohne dass man selbst aktiv werden muss.

Die Integration eines Internet Jumpstart Kits ermöglicht es, einfach mit einem Mausklick die Internet-Dienste zu nutzen. Die Installation wird durch das Jumpstart Kit sehr vereinfacht, es übernimmt die Konfiguration des TCP/IP Stacks und die Installation und Anpassung vom WWW (Internet Explorer) und Email (Exchange).

Ein weiters Plus in Richtung Kommunikation ist die Integration eines 32 bit BTX-Decoders für Windows95 und eines Remote Access Servers/Client.

Windows98

Windows98, früher unter dem Codenamen "Memphis" bekannt, beinhaltet zahllose Detailverbesserungen sowie eine neue Benutzeroberfläche, die den Umgang mit einem Windows98-PCs deutlich erleichtern soll. Neue Assistenten und Dienstprogramme sorgen dafür, dass die Systeme zuverlässiger laufen und einfacher zu verwalten sind.

Wesentliche Neuerungen sind: FAT32 als Standarddateisystem. FAT32 ist eine verbesserte Version des Dateisystems FAT, mit dem Festplatten mit mehr als 2 GByte Kapazität als ein einziges Laufwerk formatiert werden können. FAT32 wurde bisher nur von der Windows95 OEM Version unterstützt.

Verbessertes Power-Management durch die Unterstützung für das Advanced Configuration and Power Interface (ACPI). ACPI ist eine von Intel, Microsoft und Toshiba vorgeschlagene offene Industriespezifikation, in der Hardware-Schnittstellen definiert werden, die ein standardisiertes Power-Management durch das Betriebssystem für alle Komponenten eines PC-Systems ermöglichen.

Der Assistent zur Datenträgeroptimierung steigert mit Hilfe der Defragmentierung die Ladegeschwindigkeit der Anwendungen und den Zugriff auf die Dateien, die am häufigsten benutzt werden. Dazu legt der Assistent eine Protokolldatei an, in der aufgezeichnet ist, welche Programme am häufigsten verwendet werden. Nachdem diese Datei angelegt wurde, kann der "Assistent zur Datenträgeroptimierung" die Dateien, die mit diesen häufig ausgeführten Programmen verknüpft sind, hintereinander auf der Festplatte ablegen. Durch diese kontinuierliche Anordnung werden Anwendungen wesentlich schneller ausgeführt.

Die Funktion Windows-System-Update Die Funktion Windows-System-Update sorgt dafür, dass immer die neuesten Treiber und Systemdateien verwendet werden. Es handelt sich um einen neuen Web-basierten Dienst (in Form eines ActiveX-Bedienelements), der das System durchsucht und feststellt, welche Hardware und Software installiert ist. Anschliessend vergleicht er diese Informationen mit einer Back-End-Datenbank und ermittelt, ob neuere Treiber oder Systemdateien zur Verfügung stehen. Ist das der Fall, kann der Dienst die neuen Treiber automatisch installieren. Der Benutzer kann diesen Vorgang vollständig konfigurieren. 

Das Dienstprogramm zur Systemdateiprüfung stellt auf einfache Weise sicher, dass die Systemdateien von Windows 98 nicht verändert oder beschädigt wurden. Dieses Dienstprogramm bietet außerdem eine einfache Methode für die Wiederherstellung der Originalversionen von veränderten oder fehlenden Systemdateien. 

Die Systeminfo Utility sammelt für den technischen Support Informationen über die Systemkonfiguration. Dieses Dienstprogramm besteht aus einer Sammlung von ActiveX-Bedienelementen, von denen jede für das Sammeln und Anzeigen einer bestimmten Kategorie der Systeminformationen im richtigen MSInfo Fenster zuständig ist. Ein Support-Techniker kann einem Benutzer, bei dem Probleme aufgetreten sind, die Bedienung von MSInfo erklären und ihn durch die erforderlichen Schritte führen, um die benötigten Informationen zu sammeln. 

Das Win32 Driver Model ist ein völlig neues Modell für Treiber, die sowohl unter Windows 98 als auch Windows 2000 funktionieren. Das WDM ermöglicht für einige verbreitete Gerätetypen (z.B. USB und IEEE 1394) den Einsatz eines einzigen Treibers für beide Betriebssysteme. Das WDM wurde implementiert, indem mit Hilfe eines speziellen virtuellen Gerätetreibers (NTKERN.VXD) bestimmte NT-Kerndienste zu Windows 98 hinzugefügt wurden. Auf diese Weise ist Windows 98 in der Lage, alte Treiber ohne Einschränkung zu unterstützen und gleichzeitig den Einsatz neuer WDM-Treiber zu ermöglichen. 
Mit der integrierten Internet Benutzeroberfläche wird der Internet-Zugriff zum festen Bestandteil der Benutzeroberfläche. Der Anwender muss nicht mehr die Bedienung mehrerer Umgebungen erlernen. Mit diesem universellen Programm können lokale, Netzwerk-, Intranet- und Internet-Daten auf die gleiche Weise angesehen werden. 

Windows 98 Second Edition 

Die Windows 98 Second Edition beinhaltet Erweiterungen im Internet Bereich sowie neue und verbesserte Hardware-Treiber für USB, IEEE1394 und ACPI. Ausserdem ist das Windows 98 Service Pack enthalten. Die Internet-Erweiterungen sind: Internet Explorer 5, NetMeeting 3 und Internet Connection Sharing, welches den gleichzeitigen Zugriff mehrerer Benutzer über einen Internet-Zugang erlaubt. Die Windows 98 Second Edition wird als Update für bestehende Windows 98-Systeme vorinstalliert auf neuen Systemen angeboten. Einzelne Teile, wie z.B. der Internet Explorer 5 und das Service Pack, können auch kostenlos aus dem Internet geladen werden. Die aktuellen transtec Systeme werdeb mit dieser Version von Windows 98 ausgeliefert. 

Windows ME 

Windows ME (Millennium Edition) ist der Nachfolger von Windows 98 und gleichzeitig das letzte Produkt der Windows Familie, das DOS enthält. Die Benutzeroberfläche unterscheidet sich kaum von Windows 98, nur an einigen, Stellen wurden Icons und Menüfunktionen von Windows 2000 übernommen. Zudem wurden neue Funktionen implementiert. Noch stärker als Windows 98 ist Windows ME für den privaten Anwender zugeschnitten. Die wichtigsten neuen Funktionen in Windows ME sind: 
System Restore erstellt automatisch in regelmässigen Abständen eine Kopie der System-Konfiguration, inklusive aller wichtigen Dateien. Sollten Probleme mit einer Konfiguration auftreten, kann der Anwender anhand einer Liste eine funktionsfähige Konfiguration auswählen und das System wieder in diese Konfiguration bringen. Der Anwender kann jederzeit auch selbst eine solche Kopie anlegen. 
System File Protection schützt die wichtigsten Betriebssystemdateien vor Löschen oder Überschreiben. Damit ist gewährleistet, dass diese Dateien dem Betriebssystem immer zur Verfügung stehen. 
Zertifizierte Treiber stellen sicher, dass die Stabilität des Betriebssystems auch nach der Installation neuer Hardware gewährleistet ist. Treiber ohne Zertifizierung können nicht installiert werden. 
Private Netzwerke können für das Sharing von Druckern und Internetverbindungen mit neuen Assistenten sehr einfach eingerichtet werden. 
Vor allem für den privaten Anwender ist die stark erweiterte Unterstützung von digitalen Medien sehr interessant. Viele neue Hilfsmittel und Programme für die Bearbeitung von Audio, Video und Grafik wurden integriert. 

Windows NT 

Windows NT ist das leistungsstarke 32-bit Betriebssystem von Microsoft. Es ist speziell für den Netzwerkbetrieb in Verbindung mit dem Client/Server-Konzept optimiert. 
Microsoft vertreibt Windows NT in zwei Versionen: Windows NT Server und Windows NT Workstation, die jeweils auf CD-ROMs ausgeliefert werden. Windows NT 4.0 stellt sich in der Oberfläche von Windows 95 dar, hat jedoch im inneren einen völlig anderen Aufbau. 
Im Windows NT Server ist auch der Internet Information Server (Web-Server) integriert. Der Internet Information Server bietet die Errichtung eines eigenen Web-Servers mit den Diensten WWW, Gopher und FTP. 

Windows NT 4.0 enthält einen DNS-Server (Domain Name Service), der in der alten Windows NT 3.51-Version oft vermisst wurde. Mit dem Remote Program Load (RPL) ist es möglich, diskless Workstations (ohne Festplatte) unter Windows 95/98 vom Windows NT Server zu booten. Datenbankanbindungen über ODBC können über Internet Server realisiert werden. 
Windows NT ist ein Betriebssystem das - ähnlich der Unix-Struktur - auf einer Kernelarchitektur aufgebaut ist, also nicht, wie Windows 3.11, nur auf eine DOS-Struktur aufsetzt. 

Windows NT unterstützt sowohl preemptives Multitasking und Multithreading sowie auch Multiprocessing (Verteilen von Programmteilen auf mehrere CPUs). Es ist auf bis zu 32 CPUs skalierbar (Windows NT Workstation kann max. 2 CPUs ansprechen, für Windows NT Server gibt es je nach Prozessoranzahl unterschiedliche Lizenzen). Pro System werden 4 GB RAM unterstützt, jeder Anwendung kann bis zu 2 GB virtueller Arbeitsspeicher zugewiesen werden. Datenspeicher werden vom System bis zu 402 Mio. Terabyte untersützt. 

Netzwerkdienste von Windows NT 
Im Lieferumfang ist die Unterstützung der Protokolle TCP/IP, NetBEUI, IPX/SPX, DLC und AppleTalk enthalten. Windows NT enthält Telnet und FTP-Clients sowie in der Server-Version einen FTP-Server-Dienst. Das Dynamic Host Configuration Protocol (DHCP) ermöglicht die dynamische Einrichtung und Verwaltung von TCP/IP-Adressen. Windows Internet Naming Service (WINS) ordnet den TCP/IP-Adressen Namen zu. Für den Administrator und Benutzer wird es dadurch leichter, in einem TCP/IP Netzwerk zu arbeiten. Es ist ebenfalls leicht möglich Windows NT in ein NOVELL NetWare-Netzwerk zu integrieren. Der Client Service für NetWare (CSNW) ermöglicht den Zugriff auf die Datei- und Druck-Services eines NetWare 3.x Servers. Der Gateway Service für NetWare (GSNW) bietet Arbeitsstationen im Windows NT Server-Netzwerk den Zugriff auf NetWare Server. Weiterhin werden Migrationstools angeboten, welche die Benutzerinformationen und Verzeichnisse übernehmen. Es ist somit möglich, mit einem Windows NT Server die komplette Benutzerverwaltung von NetWare zu übernehmen oder zu steuern. 

Windows NT unterstützt Fernzugriffe mit den Protokollen NetBEUI, IPX/SPX und TCP/IP; dies kann über ISDN, X25 oder analoge Telefonleitungen realisiert werden. Als Client erlaubt Windows NT Unix über PPP/SLIP, NetWare, LanRovers, Windows 3.x, Windows 95 sowie LAN Manager. Über diesen Remote Access Service (RAS) sind bis zu 256 gleichzeitige Verbindungen erlaubt. 

Mit RaRAS (Routing and Remote Access Service) bietet Microsoft einen Software-basierten Multiprotokoll-Router für Windows NT Server 4.0. Der Service erweitert Windows NT um Multiprotokoll-Routingfähigkeiten sowie den Support von Virtual Private Networks (VPN) über PPTP (Point to Point Tunneling P rotokoll). Für Windows NT 4.0 ist das Add-On kostenlos über den Microsoft-Webserver verfügbar. In Windows 2000 ist es als fester Bestandteil enthalten. 
RaRAS unterstützt Routing von TCP/IP und IPX. Als Routing-Protokolle werden RIP und OSPF unterstützt, sowie statisches Routing. Bei der Authentisierung über PAP/CHAP greift RaRAS auf die Windows NT Domain-User-Authentisierung zurück. Unterstützt werden zudem RADIUS-Clients. Zentraler Bestandteil von RaRAS ist der Routing Table Manager. Hier werden die Routing-Tabellen verwaltet. Für Konfiguration und Management steht eine grafische Oberfläche zur Verfügung. RaRAS ist eine Alternative zu Hardware-Routern, besonders, wenn es um die Kopplung kleinerer Netze oder die Anbindung von Aussenstellen an ein zentrales Unternehmensnetz gibt. Die typische Übertragungskapazität dürfte sich in der Praxis zwischen 10.000 bis 50.000 Paketen pro Sekunde bewegen. Ein Kostenvorteil gegenüber einer Hardware-Lösung ist, gerade bei ISDN, derzeit allerdings kaum mehr gegeben, da die nötige aktive ISDN-Karte kaum noch Preisvorteile gegenüber einem kleinen ISDN-Router bietet. 

Systemadministration unter Windows NT 
Mit dem transaktionsbasierenden Dateisystem NTFS erlaubt Windows NT eine Drag & Drop-Benutzerverwaltung, unter dem auch die Netzwerk-Zugriffsrechte bearbeitet werden können. 
Werkzeuge wie der Systemmonitor, der die Server- und Netzwerkleistung analysiert, und die Ereignisanzeige, die die Serveraktivität protokolliert, ergänzen Windows NT. Es erlaubt zudem Festplatten-Duplexing, Plattenspiegelung und Datenträger-Striping mit Parität (RAID 5, nur bei Windows NT Server). Eine USV Shutdown-Software ist ebenfalls im Betriebssystem integriert, mit welcher es möglich ist, über einen seriellen Port des Windows NT-Systems die USV zu verwalten. 

Multiuser-Windows NT 
Windows NT ist zwar ein Multitasking-, aber im Gegensatz zu Unix kein Multiuser-Betriebssystem. Dieses Defizites hatte sich der amerikanische Softwarehersteller Citrix Systems angenommen. Bereits 1992 schlossen Citrix und Microsoft ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft zur Entwicklung des Multiuser NT WinFrame. WinFrame ist die Grundlage für Application Publishing, einem neuen Weg für moderne Client/Server-Architekturen im PC-Umfeld. Die Grundidee von Application Publishing ist nicht neu. Das Prinzip erinnert in weiten Teilen an Unix-basierende Netze mit X-Window Terminals. 
Bei Application Publishing laufen die Anwendungen nicht auf dem einzelnen Arbeitsplatz-PC, sondern auf dem Server. Der Arbeitsplatzrechner bekommt nur die Fensterdarstellung über das Netz zugespielt, braucht also weder installierte Anwendungen noch hohe Rechenleistung oder Speicherausbau. 
Microsoft bietet die entsprechenden Erweiterungen in der Windows NT 4.0 Terminal Server Edition an. Damit können Windows Based Terminals (WBT) und PCs mit Windows 3.11, 95, 98 und Windows NT Workstation als Client eingesetzt werden. Microsoft setzt im Gegensatz zu Citrix auf das Remote Display Protokoll für die Kommunikation zwischen Server und Client. Für Systeme mit anderen Betriebssystemen, wie z.B. Unix, bietet Citrix Metaframe an. Mit dem darin enthaltenen Serviceprotokoll ICA(Intelligent Console Architecture) können diese Systeme ebenfalls auf den Windows NT 4.0 Terminal Server zugreifen. Microsoft Windows NT Terminal Server Citrix MetaFrame. 

Windows 2000 

Microsoft Windows 2000, früher unter der Bezeichnung Windows NT 5.0 bekannt, wurde um etliche neue Eigenschaften und Funktionen erweitert. Dazu gehören die Bereiche Administrierbarkeit, Skalierbarkeit und Erweiterbarkeit sowie Storage- und Hardware-Management. Microsoft bietet Windows 2000 in vier Versionen an: Windows 2000 Professional entspricht der Windows NT Workstation und unterstützt bis zu vier GB Hauptspeicher und zwei Prozessoren. 
Windows 2000 Server ist der Nachfolger des Windows NT Server und bietet Hardware-Unterstützung für max. vier GB Hauptspeicher und vier Prozessoren. Bereits in dieser Server-Version sind die Windows Terminal Services enthalten, welche die Windows NT 4.0 Terminal Server Edition ersetzen. 
Die Windows NT Enterprise Edition wird als Windows 2000 Advanced Server weitergeführt. Hier werden bis zu acht GB Hauptspeicher und acht Prozessoren unterstützt. Zusätzlich zu den Funktionen des Windows 2000 Servers sind noch IP-Loadbalancing (mit bis zu 32 Servern) und Failover-Clustering für zwei Server enthalten. 
Der Windows 2000 Datacenter Server bildet das obere Ende; er unterstützt bis zu 32 Prozessoren und 64 GB Hauptspeicher und bietet gegenüber dem Windows 2000 Advanced Server folgende zusätzliche Funktionen: Failover-Clustering für vier Server und Prozess-Kontrolle für Workload-Management. Ein wichtiges Feature ist auch die Unterstützung von virtuellen Servern. Dabei können auf Multiprozessor-Servern mehrere Instanzen des Betriebssystems laufen, z. B. können auf einem 8-Prozessor-Server zwei virtuelle Server mit jeweils vier Prozessoren eingerichtet werden. 

Installation von Windows 2000:Die Installation von Windows 2000 auf einem Rechner ohne Betriebssystem erfolgt mit einer bootfähigen CD. Plug-and-Play hält nun auch bei Microsoft Windows 2000 Einzug, was die Installation vereinfacht. Eine weitere Vereinfachung gegenüber Windows NT ist, dass ein Reboot seltener notwendig ist. Ebenso ist die USB-Unterstützung in Windows 2000 implementiert. Im Gegensatz zu Windows NT Server muss nicht bereits bei der Installation festgelegt werden, ob der Windows 2000 Server als Domänencontroller genutzt werden soll. Mittels des Assistenten zur Serverkonfiguration kann der Dienst für das Aktive Directory (Verzeichnisdienst insbesondere zur Benutzerverwaltung) auch nachträglich installiert werden. 
Reparaturmechanismen:Windows 2000 ist mit einem verbesserten, abgesicherten Bootmodus ausgestattet. Ein weiterer, verbesserter Reparaturmechanismus ist in der Kommandozeile implementiert. 
Administrierbarkeit: Microsoft Windows 2000 implementiert Active Directory als zentrale Plattform, die den Zugriff auf und das Management von Netzwerk- und Systemressourcen vereinfacht. Benutzer können - anders als im Benutzermanager für Windows NT - im Aktive Directory, hierarchisch in Container gegliedert, angelegt und verwaltet werden. Bei Windows 2000 ist die Benutzerverwaltung nicht nur strukturierter, die Grenze von ca. 20-40.000 Usern pro Domäne unter NT wurde bei Windows 2000 faktisch aufgehoben. Weitere Features sind ein zentralisiertes Konfigurationsmanagement sowie die konfigurierbare und erweiterbare Microsoft Management Console (MMC). 
Die IntelliMirror-Technologie erlaubt die zentrale Konfiguration von Windows 2000 Arbeitsplätzen. Mit Hilfe des Active Directory werden dabei die Konfigurationsvorgaben für Benutzer oder Gruppen zentral angelegt. Der Benutzer findet dann immer an allen Windows 2000-Arbeitsplätzen genau die gleiche Konfiguration vor, vom Benutzer benötigte Software wird dabei automatisch auf dem jeweiligen Arbeitsplatz installiert. Dabei kann auch festgelegt werden, dass die Konfiguration vom Benutzer nicht verändert werden kann. 
Skalierbarkeit und Erweiterbarkeit: Die neue Version von Microsoft Windows NT unterstützt bis zu 64 GB physischen Speicher. Mit dem Microsoft Cluster Server können zwei oder mehr Server im Verbund arbeiten. Dabei überwachen sich die Geräte gegenseitig, um bei einem Ausfall eines Servers ohne Unterbrechung den Betrieb aufrecht zu halten. Während des normalen Betriebes können die Server die Arbeitslast untereinander aufteilen, um eine höhere Produktivität zu erreichen. 
Storage Management: NTFS implementiert nun auch eine Quotierung, wodurch der den Benutzern maximal zur Verfügung stehende Plattenplatz festgelegt werden kann. Die NTFS-Erweiterung EFS (Encryption File System) ermöglicht die Verschlüsselung sensibler Daten auf Datei- oder Verzeichnisebene. 
Mit dem verteilten DFS-Dateisystem lassen sich die auf Windows 2000/NT-, NetWare- und Unix-Servern verteilten Strukturen von Ordnern und Dateien zusammenfassen und übersichtlich präsentieren. Auf diese Weise können Benutzer Dateien im Netzwerk wesentlich einfacher finden. 
Hardware-Management: Plug-and-Play ermöglicht den problemlosen Betrieb von PC-Cards in mobilen Rechnern. Zusätzlich soll durch Erweiterung des Windows Driver Models (WDM) erreicht werden, dass in Windows 98 und Windows 2000 identische Treibersoftware zum Einsatz kommen kann. 
Sicherheitsfunktionen: Zur Erhöhung der Betriebssicherheit verhindert Windows 2000 das Löschen von für das Betriebssystem wichtigen Dateien. Ausserdem erlaubt es nur die Installation von zertifizierten Treibern. 
Netzwerksicherheit: Bereits in Microsoft Windows NT 4.0 ist das Security Service Provider Interface (SSPI) implementiert, zum Beispiel im NT LAN Manager und im Secure Sockets Layer (SSL). In Windows 2000 wird SSL erweitert und zusätzlich die Kerberos-Authentizierung nach Kerberos5 eingeführt. Desweiteren ist in Windows 2000 die Unterstützung von Smart Cards integriert, womit sich die Sicherheit bei der Anmeldung von Benutzern oder bei der digitalen Signierung von E-mails steigern lässt. 
Mehr Informationen zu Microsoft Windows 2000 sind auf der www.eu.microsoft.comzu finden. 



Unix-Betriebssysteme


Derzeit noch vorherrschend in der Workstationwelt sind Unix- Betriebssysteme. Eigentlich muss hier von einer Betriebssystemfamilie gesprochen werden, denn praktisch jeder Workstationhersteller liefert sein eigenes Unix aus, das sich zumindest in der Benutzerschnittstelle deutlich unterscheidet. Es gibt hier allerdings eine Tendenz, die Vielfalt an Oberflächen zu überwinden, da einzelne Hersteller angefangen haben, ihr System auf Fremdarchitekturen zu portieren. 
Die Unix-Implementationen lassen sich in zwei Standards zusammenfassen: Berkeley Unix (BSD) sowie AT&T's System V Release 4 (SVR4). Letzteres ist momentan dabei, den Vorrang zu gewinnen - neu entstehende Unix-Versionen folgen diesem Standard. Im allgemeinen gilt: Ist ein Programm für einen der beiden Standards geschrieben, so lässt es sich ohne allzu grosse Probleme auf ein anderes System des gleichen Standards portieren. 
Auch bei den verwendeten Benutzeroberflächen (GUI - Graphical User Interface) gibt es unterschiedliche Standards. Die neueren folgen aber alle der X11 Definition. Seit einigen Jahren ist die - ebenfalls auf X11 basierende - MOTIF Definition klar auf dem Vormarsch. Mehr und mehr Unix-Implementationen bedienen sich dieser Oberfläche, während der Einsatz konkurrierender Oberflächen, wie OPENLOOK, eher rückläufig ist. 

Linux 

Linux ist ein frei verfügbares Multitasking- und Multiuser-Betriebssystem. Linux wurde von Linus Torvalds und von einer Vielzahl von Entwicklern in aller Welt weiterentwickelt. Linux wurde von Anfang an unter die GPL, der General Public License gestellt. Es kann frei und kostenlos verteilt, eingesetzt und erweitert werden. Entwickler haben so Einblick in sämtliche Quellcodes und können dadurch sehr einfach neue Funktionen integrieren bzw. Programmierfehler schnell finden und eliminieren. Treiber für neue Adapter (SCSI-Controller, Grafikkarten etc.) können dadurch sehr schnell integriert werden. 

Linux kann auf zwei verschiedene Arten bezogen werden: Alle benötigten Teile können kostenlos aus dem Internet geladen werden. Damit kann fast zum Nulltarif ein individuelles Betriebssystem zusammengestellt werden. Einfacher ist der Einsatz einer sogenannten Distribution; diese wird von verschiedenen Firmen angeboten und enthält neben einer Vielzahl von Anwendungen auch Installationsprogramme, welche die Installation von Linux wesentlich vereinfachen. 
Die Distributionen unterscheiden sich vor allem in den beigefügten Komponenten, wie Programmierumgebungen, Netzwerksoftware und grafische Benuzteroberflächen. Wir empfehlen Distributionen von SuSE oder Red Hat; diese beiden Linux-Distributionen sind sehr ausgereift und enthalten eine umfangreiche Dokumentation sowie eine grafisch geführte Installation. transtec Linux-Systeme werden grundsätzlich mit den aktuellen Versionen von SuSE und Red Hat zertifiziert und angeboten. 

Auf 6 CDs bietet SuSE Linux mehr als 1500 Anwendungsprogramme. Neu hinzugekommen in der aktuellen Version 6.4 sind Programme wie z.B. Broadcast 2000, ein Videoschnittsystem oder Moonlight 3D-Atelier, ein 3D-Zeichenprogramm. Wieder mit dabei sind apache, samba, GIMP, sendmail, der freie RealPlayer 5.0 sowie WordPerfect 8 Download Edition und StarOffice 5.1a. Beim Kauf von SuSE Linux sind ein umfangreiches Installationshandbuch und ein kostenloser Installationssupport (beschränkt auf 60 Tage ab Kaufdatum) enthalten. 

Die Red Hat Linux 6.2 Standard Edition enthält 2 CDs, die Linux CD und die Linux Source Code CD, ein Installationshandbuch und eine Dokumentations-CD. In der Standard Edition sind 30 Tage bevorzugter Zugriff auf Online-Updates und 90 Tage Installations-Support über die Website oder Fax enthalten. Red Hat bietet zwei erweitere Versionen an, die Red Hat 6.2 Professional- und Deluxe-Version. Sie unterscheiden sich von der Standard-Version im Softwareumfang und in der Dauer des Installationssupports. 

Linux wird mittlerweile von mehreren Millionen Anwendern weltweit erfolgreich eingesetzt. Die Benutzergruppen reichen von privaten Anwendern über Schulungsfirmen, Universitäten, Forschungszentren bis hin zu kommerziellen Anwendern und Firmen, die in Linux eine echte Alternative zu anderen Betriebssystemen sehen. 
Der umfangreiche Netzwerksupport von Linux, der verschiedene Server, wie z. B. Appletalk-, Netware- oder Lan Manager-Server, umfasst, sowie die Vielzahl an unterstützten Netzwerkprotokollen macht Linux zu einem sicheren und stabilen Netzwerkserversystem. 

SunOS/Solaris 

Das auf den SPARC-Rechnern ursprünglich beheimatete Betriebssystem der Firma Sun heisst SunOS. Es wird zusammen mit der OPENLOOK-Benutzeroberfläche OpenWindows angeboten. Dieses Bundle wird als Solaris bezeichnet. SunOS 4.1.x (als Teil von Solaris 1.x) ist ein BSD Unix-System und unterstützt Multiprocessing, aber noch kein Multithreading. Die Weiterentwicklung von Solaris 1 wurde Ende 1998 eingestellt. Parallel zu Solaris 1.x hat Sun eine Version 2.x auf den Markt gebracht. Dabei handelt es sich um eine System V-Implementierung. Sie unterstützt seit der Version 2.2 auch Multithreading, also das Verteilen von Teilprozessen auf mehrere Prozessoren. Die Zuweisung der Prozessoren geschieht automatisch, so dass sich der Anwender darum nicht kümmern muss. 
Ab der Solaris-Version 2.5 werden 64-bit Prozessoren und die Verwendung der Ultra-Creator-Grafik für 2D- und 3D-Anwendungen unterstützt. Solaris 2.5 beinhaltet für das Networking NFS Version 3, dynamische IP-Adressierung für das Point-to-Point Protokoll und Send-Mail-Version 8. Zusätzlich sind Security-Applikationen implementiert worden, wie Access Control Lists und NIS+ Password Aging. Vor allem aber wird zu dieser Version und alle darauffolgenden nun auch eine MOTIF-Oberfläche mitgeliefert (CDE - Common Desktop Environment). 
Die aktuelle Version Solaris 7 bietet volle 64-bit Funktionalität und hohe Performance für alle Java-Applikationen, grosse Sicherheit und Stabilität. Die Installation, Administration und Konfiguration funktionieren vollständig über Web-basierende Oberflächen. Folgende weiterentwickelte RAS- (Reliability, Availability and Serviceability) Eigenschaften sind enthalten: 
- Dynamische Rekonfiguration 
- UNIX File System (UFS)-Protokollierung 
- Fehlerbehebung im Kernel 
- Verbesserte Core Dump-Analyse 
- Hot Plugging 
- Schnittstellen-Standards: X/Open UNIX 98 
- Grafik-Standards: X11, PostScript, Display PostScript, OpenGL 
- Desktop-Standards: CDE (Common Desktop Environment), Motif 
- Objektstandards: Java IDL 
- Verbindungsstandards: ONC, ONC+, NFS, WebNFS, und optional NetWare IPX/SPX, SNA, SMB, AppleTalk, DECnet und andere Standards 
-Internet-Standards: HTTP, ftp, telnet, DNS, NTP, IMAP4, DHCP, SNMP, SMTP LDAPv3IETF RFCs 1323, 1510, 1652, 1869, 1870, 1891-1894, 1985, 1996, 2018, 2136, 2045, 2078 

Systemanforderungen 
Zur Installation sind mindestens 1 GB Massenspeicher und 64 MB Hauptspeicher nötig. Solaris 7 ist sowohl für SPARC- wie auch für Intel x86-Architektur verfügbar. Alle transtec hamstations werden immer mit der aktuellsten Version von Solaris ausgeliefert; bei der Intel-Version ist unbedingt auf die Kompatibiltät zu achten. Eine Kompatibilitätsliste ist auf soldc.sun.com zu finden. 

Solaris 8 

Mit der zweiten Generation der 64-bit-Technologie und der Unterstützung für IP Version 6 macht Solaris 8 Schluss mit den Beschränkungen von Windows und anderer Welten. Unterstützt werden praktisch unbegrenzt viele Internet-Adressen (mehr als eine 1 mit 38 Nullen), 18 Exabyte Hauptspeicher (d.h. 10 hoch 18 Bytes) und bis zu eine Million gleichzeitiger Prozesse. Das Betriebssystem Solaris 8 unterstützt ebenfalls die neuesten Technologien vom Desktop bis zum Internet. Dazu gehören das unternehmenskritische Java 2SE für die Entwicklung Web-zentrischer Software-Applikationen, das Java Media Framework für das Media-Streaming, X-Server Video-Erweiterungen, die Synchronisierung von PDAs (z.B. Palm Pilot) und die Networked Real Time-Verarbeitung. Solaris 8 bietet auch zusätzliche Mainframe-typische Fähigkeiten: Jobs, Projekte und Buchhaltungsfähigkeiten für die Abrechnung der Computerbenutzung (ideal für Service-Provider); automatische dynamische Rekonfiguration zur Verbesserung der Uptime; und Hot Patching zur dynamischen Änderung des Betriebssystems ohne Herunterfahren des Systems. Ein Web-Install-Werkzeug macht die Software-Installation sehr einfach. Bereits vorhandene Solaris-Applikationen sind mit der Solaris 8 Software kompatibel. 

HP-UX 

Auch die Firma HP hat für ihre Workstations ein eigenes Unix entwickelt. Die HP9000 Modelle 7xx werden mit HP-UX (entspricht der POSIX-Definition) ausgeliefert. Weit verbreitet sind hier die Versionen 9.01, 9.03, 9.05, 9.07, 10.0, 10.01, 10.10, 10.20 und ganz aktuell die Version 11.00. Die Betriebssysteme verfügen über eine grafische Oberfläche namens HP Visual User Environment, kurz HP VUE genannt. Mit dem System Administration Manager SAM lassen sich die Systeme problemlos verwalten. Ausserdem gibt es viele nützliche Patches für die verschiedenen HP-UX-Versionen. 
Anders sieht es bei dem HP9000 Modell 800 aus. Dort sind die HP-UX-Versionen 9.04 und 10.10 am weitesten verbreitet. In einigen wichtigen Punkten unterscheidet sich die HP-UX-Version für die Modelle 800 von den Modellen 700, so zum Beispiel bei der Einbindung von Festplatten. Einschränkungen der Festplattengrösse finden sich im Kapitel Massenspeicher . 

IRIX 

Bei Silicon Graphics heisst die Unix-Implementierung IRIX. Die Version 5 ist eine 32-bit Version. Die aktuelle Version 6.5 unterstützt sowohl die 32-bit als auch die 64-bit Architektur, im Betriebssystem ist OpenGL, IEEE Posix 1003.2 enthalten. In der IRIX Server-Version ist auch Symmetric Multiprocessing implementiert. 

AIX 

Das AIX-Betriebssystem wurde von IBM für zwei H/W-Plattformen entwickelt: In den auf Intel-Prozessoren basierenden PCs der PS/2-Serie wird AIX PS/2 implementiert. Die neuen Versionen davon sind nicht mehr auf die MCA-Architektur angewiesen. 
Die RISC-basierten Rechner von IBM mit POWER2- und PowerPC-Architektur verwenden AIX Version 3.x und 4.x. Die aktuelle Version ist AIX 4.3, sie ist binärkompatibel zu den Versionen 4.2.x. Neu in dieser Version sind 3D-OpenGL, Phigs, 64-bit Support, Java-Implementierung und Hauptspeicher-Support bis 16 GB. 

Tru64 UNIX 

Für das Unixumfeld wird von Compaq das 64-bit Betriebssystem Tru64 UNIX für Alpha-Systeme angeboten. Tru64 Unix ist die Weiterentwicklung von Digital UNIX. Tru64 UNIX unterstützt SMP (Symmetric Multiprocessing). Mit dem Produkt TruCluster von Compaq können mehrere AlphaServer zu einem Cluster verbunden werden. 


OpenVMS 

OpenVMS ist ursprünglich für Digitals VAX entwickelt und dann auf Alpha portiert worden. 
Das Betriebssystem OpenVMS V7.2 ist die Plattform für Client/Server-Umgebungen, die hohe Verfügbarkeit, Skalierbarkeit und Datenintegrität erfordern. Diese Version von OpenVMS bietet auf den Alpha-Rechnern die 64-bit Adressierung, Threading-Funktion, ein verändertes Dateisystem, verbesserte Cluster-Technologie und die Unterstützung von Kernel-Threads. Damit können wesentlich grössere Datenmengen bearbeitet und die ständige Systemverfügbarkeit für Benutzer und Anwender sicher gestellt werden.