PNP/PCI CONFIGURATION

Plug and Play ist leider allzu häufig plug and pray.
Die Ressourcenverwaltung von Win 95/98 kann leider bei jedem Start etwas unterschiedlich ausfallen.Sollte eine Karte trotz PnP oder weil sie eben nicht PnP-fähig ist, nicht den benötigten Interrupt oder DMA-Kanal zugewiesen bekommen haben, kann der User hier manuell eingreifen und die Ressourcen selber ver- und einteilen.
Gerade bei Netzwerkkarten ist dieses stark anzuraten!

PNP OS Installed
Wenn unter diesem Menüpunkt, soweit überhaupt vorhanden, "YES" gewählt wird, kümmert sich das BIOS nur um die Ressourcenvergabe der Hardware, die für den Boot-Vorgang benötigt wird (HDD, Speicher...). Zusatzkarten und andere Ressourcen bleiben erst einmal außen vor.
Die Konfiguration der übrigen Komponenten, wenn sie Plug-and-Play-fähig sind, muß das Betriebssystem übernehmen.
Sollte man also noch DOS oder Windows 3.x fahren, müßte hier ein "NO" eingetragen werden.

Resources Controlled By
Standardeinstellung: "Auto".
In der Regel verteilt das System Windows 9x die Ressourcen. Sollte es aber mit irgendwelchen Karten zu Konflikten bei DMA-Kanälen und/oder Interrupts kommen, kann der User IRQ´s und DMA´s weiter unten fest reservieren, die dann nicht mehr vom System verwaltet werden können.
Normalerweise teilt Windows zuerst den Plug&Play Karten die Ressourcen zu, ist nun aber eine ältere ISA-Karte im System, ist ihr DMA-Kanal und/oder IRQ vielleicht nicht mehr verfügbar, sie wird also nicht mehr korrekt angesprochen.
Beliebte Plug&Pray-Opfer sind ältere Soundkarten und auch Netzwerkkarten. Sie haben meistens auch nur ein oder zwei Ausweichadressen per Jumper wählbar, hier muß der Benutzer schon öfters mal eingreifen.

Reset Configuration Data
Normaleinstellung:"Disabled"
Wird "Enabled" gewählt, werden nach dem Verlassen des BIOS-Setups beim anschließenden Reset alle ESCD-Daten (Extended System Configuration Data), also alle Einträge, gelöscht.
Beim Booten werden die verfügbaren Ressourcen komplett neu verteilt, zuerst werden die ISA-Karten mit den reservierten Ressourcen bedient, danach die PnP-Komponenten.
Das BIOS ist also in der Lage, ein Reset der Daten durchzuführen, wobei dann vorgegebene Standardwerte wieder eingesetzt werden. Sollten die Problem-Karten endlich sauber ins System eingefügt sein, könnte die Einstellung "Enabled" diese ganze Arbeit wieder zunichte machen.
Ist hingegen die Systemkonfiguration mal so richtig schön verfahren, Konflikte häufen sich, könnte diese Maßnahme das ganze wieder lauffähig machen.

IRQ-x Assigned To
Ist die Ressourcenkontrolle unter "Resources Controlled By" auf "Manual" gestellt, können Sie hier mit der Einstellung "Legacy ISA" die passenden Interrupts für den ISA-Bus und damit ihre Sorgenkinder (ISA-Karte, manchmal sogar PnP-fähig) reservieren.
Die Einstellung "PCI/ISA PnP" gibt dem Betriebssystem die Ressourcenverteilung für den PCI / ISA Bus, nutzt sie hoffentlich auch für die PnP-Karten.
Eine alte Soundblaste-2.0-Karte beispielsweise mit IRQ-5 würde man auf "Legacy ISA" stellen.

DMA-x Assigned To
Ist die Ressourcenkontrolle unter "Resources Controlled By" auf "Manual" gestellt, können Sie hier mit der Einstellung "Legacy ISA" die passenden DMA-Kanäle für den ISA-Bus und damit ihre Sorgenkinder (ISA-Karte, manchmal sogar PnP-fähig) reservieren.
Die Einstellung "PCI/ISA PnP" gibt dem Betriebssystem die Ressourcenverteilung für den PCI / ISA Bus, nutzt sie hoffentlich auch für die PnP-Karten.
Eine alte Soundblaste-2.0-Karte beispielsweise mit DMA-1 würde man auf "Legacy ISA" stellen.

PCI IRQ Activated By
Standardeinstellung: "Level".
Nach der PCI-Karten-Spezifikation können sich mehrere Karten eine Interrupt-Leitung teilen (Interrupt-Sharing). Dafür müssen sie nach dem "Level"-Modus arbeiten, sie unterstützen Interrupts mit einer Signalhöhen-Auslösung (Level-Triggerung).
Ist die PCI-Karte jedoch schon etwas älter, oder sie ist nicht ganz nach PCI-Spezifikation gebaut, ist sie dazu vielleicht nicht in der Lage. Sie benötigt dann den "Edge"-Modus. Die Option sollte aber nur wirklich auf "Edge" (=Kante, Signalflanke) gestellt werden, wenn eine Karte anders nicht zur Mitarbeit zu bewegen ist.

PCI IDE IRQ Map To
Standardeinstellung: "PCI-AUTO".
Mit dieser Option läßt sich festlegen, ob die Interrupts der zwei IDE-Controller des Mainboards zu ISA- oder PCI-Bus gehören.
Die klassischen IDE-Interrupts sind 14 und 15. Normalerweise werden sie mit "PCI Auto" an die auf dem Board befindlichen Onboard-Controller vergeben.
Sollte ein DMA-Controller in einem PCI-Slot (Bsp: Slot 2) sein, kann hier auch direkt "PCI-Slot2" gesetzt werden. Zur Auswahl stehen "Slot 1" bis "Slot 4"
Sollte das Mainboard noch keine E-IDE-Funktionen haben, lassen sich EIDE-Controller für den ISA-Slot nachrüsten. In diesem Fall müßte man "ISA" einstellen.

Primary IDE INT#
Standardeinstellung: "A".
Hier wird festgelegt, welchen Interrupt der erste IDE-Controller auf dem PCI-Bus belegt. Zur Auswahl stehen 4 IRQs: A, B, C und D. Die Buchstaben sind vom BIOS festen IRQs zugeteilt.

Secondary IDE INT#
Standardeinstellung: "B".
Hier wird festgelegt, welchen Interrupt der zweite IDE-Controller auf dem PCI-Bus belegt. Zur Auswahl stehen 4 IRQs: A, B, C und D. Die Buchstaben sind vom BIOS festen IRQs zugeteilt.

Slot X Using INT #
Standardeinstellung: "Auto".
Einem bestimmten PCI-Steckplatz kann einer der vier PCI-Interrupts zugewiesen werden. Bei Problemen mit "Edge-getriggerten" PCI-Karten  kann die Zuweisung eines bestimmten PCI-Interrupts helfen, nur dabei die Gesamtressourcenverteilung nicht aus den Augen verlieren.

1st/2nd/3rd/4th Available IRQ
Standardeinstellung: "Auto".
Sollte die automatische Zuordnung für die vier PCI-Interrupts nicht korrekt funktionieren, kann man hier die PCI-Interrupts A bis D explizit zuordnen.

Used MEM Base Addr
Standardeinstellung: "NA".
Hier kann gerade für ältere ISA-Karten ein "Hauptspeicherfenster" im Upper-Memory-Bereich (zwischen 640 KB und 1 MB) reserviert werden. Statt "NA" für Not Available (Nicht verfügbar) wird eine Anfangsadresse eingegeben. Daraufhin erscheint die Option "Used MEM Length", wo die Einstellung der Größe des benötigten Speicherbereichs in der UMB zu erfolgen hat.